Z I. Plan einer knrbrandenbnrgisch-ostindischen Kompagnie. 1647—1652. H
Bei Beginn der Friedcnsverhandlungen zu Münster und Osnabrückzweifelte er nicht, daß ihm das durch alte und neue Anwartschaftenund bereits durch vorläufige Huldigung versicherte Herzogthnm Pommernin seiner Integrität zufallen müßte. „Wegen Unseres HerzogthumsPommern," so lautet die Instruktion seiner Gesandten vom 7. Februar1645^, ^vollen Wir Uns nicht versehen, daß ichtwas Vorkommen werde,sintemal, dafern ein durchgehender allgemeiner Fried geschlossen und einjedweder Stand bei dem seinen solle geschützet und gehandhabet werden,so werden auch Wir nicht weniger, als andere Stände dessen billig zugenießen haben." Allein schon im November desselben Jahres wurdendie schwedischen Entschädigungsgelüste in Bezug aus Pommern laut;der schwedische Gesandte Salvius hatte gesprächsweise erklärt, dieSchweden würden Pommern schwerlich aus der Hand geben, denn dasKönigreich Schweden wäre ihre Festung, die Schemen ihre Wälle,des nmrs baltiouni ihr Wallgraben und Pommern die oonti'68<mrps, siebrauchten also dieses Land zu ihrer eigenen Sicherheit? Das war fürden Kurfürsten, der in Gedanken wohl oftmals seine Residenz nachStettin verlegt hatte und der sich bereits im Geiste von der Oder, derenbeide Ufer er beherrscht hätte, an seinen Küsten entlang nach Preußenschiffen sah, das Signal zum heldenhaften Ringen um jeden Schrittbreit Landes. Er wies unverzüglich seine Gesandten an den Schwedenzu eröffnen, daß er mit Willen die pommerischen Lande nicht abtretenwerde. „Sollte man Gewalt wider Uns, die Wir doch unschuldig undes um die Krön Schweden nicht verdienet, gebrauchen, so müssen Wires dem gerechten Gott befehlen, der Uns nicht verlassen, sondern Unszu feiner Zeit Recht schaffen wird, auch uff allen unvermutheten Falluff andere Mittel, dasjenige, so Uns mit Unrecht und Gewalt genommenwerden solle, zu nmintonirsn verdacht sein."" Pommern galt ihm mitder Ucker- und Mittclmark gleichsam als ein Land, als der Schlüsselund die Vormauer der Kurmark. Über Pommern gingen „alle Korre-spondenten und Trasiquen zu Wasser mit denen benachbarten Potentatenan der Ostsee und durch den Sund mit Spanien, Frankreich, England,Holland, Preußen, Polen und Kurland"; ohne Pommern behielt er nureinen mühsamen Landverkehr. Das waren die hauptsächlichsten Gründe,aus denen Friedrich Wilhelm auf Pommern auch nicht zum Theil ver-
° Urkunden und Aktenstücke zur Geschichte des Kurfürsten Friedrich Wilhelm vonBrandenburg, Bd. 4 (Polit. Verhandlungen Bd. 2), S. 375.o ebenda, S. 408.ebenda, S. 410.