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1 (1889)
Entstehung
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IX
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Vorrede.

IX

Nicht minder wie Preußen-Deutschland in den Jahren 1864 bis 1870sich seine Weltstellung hat erkämpfen müssen, um seine Flagge mit Ansehenüber die Meere tragen zu können, so hat auch der Große Kurfürst nachdem dreißigjährigen Kriege durch seine Theilnahme an dem Streit dergroßen Staaten und durch seine Kämpfe mit Frankreich und SchwedenBrandenburg zu einem Faktor der europäischen Politik machen müssen,ehe er seine überseeischen Unternehmungen mit Erfolg ins Werk setzenkonnte. Weder die Mit- noch die Nachwelt hat dem Selbstvertrauen,welches der brandenbnrgische Fürst in sich und sein Volk setzte, die Be-wunderung angesichts der Thatsache versagen können, daß der kleineBinnenstaat an der deutschen Nordgrenze, welchem die Eifersucht dergewaltigeren Mächte den Zugang zur See abschnitten, in den Wettkampfeintrat mit den großen seefahrenden Nationen, den Holländern, Eng-ländern und Franzosen, deren Schiffe die Weltmeere bereits beherrschten.Und diese Völker, welche zu einer Zeit über stattliche Kriegs- und Handels-flotten geboten, als das kleine Brandenburg noch einige wenige Schiffevon einzelnen ausländischen Unternehmern miethen mußte, suchten aufjede Art den hochfliegenden Plänen des Großen Kurfürsten Abbruch zuthun und die Ausbreitung des brandcnburgischen Handels über dasMeer zu verhindern. Gerade in diesem Entgegenwirken der fremdenStaaten liegt der beste Beweis für die Richtigkeit dieser Pläne. Undwer sich in unseren Tagen der Verhandlungen erinnert, die Seitens desReichskanzlers mit England, Frankreich und den Vereinigten Staatenvon Amerika geführt werden mußten, nm eine Abgrenzung der Interessen-sphären herbeizuführen und die Möglichkeit deutscher Schutzgebiete zusichern, der wird ein Verständnis; für die Schwierigkeiten haben, mitwelchen der Große Kurfürst bei seinen beschränkten Machtmitteln seinKolonisationswerk gegenüber den Holländern, Engländern und Franzosenzu vertheidigen hatte. Diese Schwierigkeiten wuchsen, je mehr dieeuropäische Politik Brandenburgs auf eine Mitwirkung von Hollandund England angewiesen war und die Freundschaft eben dieser Staatennicht entbehren konnte. Wie unsere heutigen Kolonialfreunde es nichtimmer verstehen, daß zur Durchsetzung ihrer Wünsche und Pläne dieReichsregiernng nicht sofort mit allen Mitteln der Gewalt eintritt, sohatte sich auch der Große Kurfürst fortwährend des Drängens von Gijselsund Raule zu erwehren, die zu Gewaltmaßregeln gegen die General-staaten riethen.

Daß die heutige Kolvnialpolitik eine Reichsangelegenheit ist und seinmuß, darüber kann kein Zweifel bestehen. Von dem weiten patriotischenBlick des Kurfürsten von Brandenburg aber zeugt es, daß auch er mit seiner