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1 (1889)
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Vorrede.

Kvlonialpolitik, sv sehr sie darauf berechnet war, die Wvhlfahrt dereigenen Unterthanen zn fördern, kein partikulares Interesse verfolgte,sondern das Wohl des gestimmten deutschen Reiches im Auge hatte. Diebereits von den Zeitgenossen mit Stolz hervorgehobene deutsche Ge-sinnung des Großen Kurfürsten zeigt sich auch in seiner Kolonialpolitikund beweist, wie ehrlich er es mit der deutschen Aufgabe Brandenburg-Preußens meinte. Er steht nicht an, um dieses nationalen Zweckeswillen dem Kaiser, von dem für den deutschen Staat im Norden sowenig zn erhoffen war, sich unterzuordnen. Aber er thut es, weil erals ein Churfürst des Reichs hierinnen den gemeinen Wollstand deslieben Vaterlandes" sieht, und als eingetreuer Churfürst des Reichs"bittet er den Kaiser um Beförderung dieses Werks. ? Auch bei demOktroi an die beabsichtigte kurbrandenburgisch-ostindische Kompagnie hebtFriedrich Wilhelm in erster Linie den Vvrtheil hervor, welcher dem Reichaus einem solchen Werk erwachsen könne, von dem er glaubt, daß eszn Wiederanfrichtung der verfallenen Commercien im H. Röm. Reiche,zn unterschiedlicher dessen Glieder sonderbaren Nutzen und Vortheil undzu Unserer eigenen Fürstenthume, Städte und Länder Besten und Anf-nchmen" dienen werde. ^ Diese Kompagnie sollte den NamenDeutscheKompagnie" oderDeutsche Fürsten-Kompagnie" führen. ^

Die Kolonialpolitik des Großen Kurfürsten war aber nicht nur einedeutsch-nationale Großthat, sie war auch und in gleicher Linie eine deutsch-wirthschaftliche. Sie hatte nähere Ziele im Auge als die Kolonialpolitikdes neuen deutschen Reichs. Nach dem Ansspruch eines berühmten franzö-sischen Nationalökonomen ist dasjenige Volk das erste, welches am meistenkolonisiert ,,8'iino I'sstpns anjourä'llni, il Is 8srn äoinain."" Deutschlandwill sich in dieser Beziehung wenigstens soweit die Zukunft sichern, alsdies nach der Vertheilung der Erde an bevorzugtere Mitbewerber jetzt nochmöglich ist. Für das Brandenburg des Großen Kurfürsten aber galtes, aus der Noth und den Drangsalen hcranszukvmmcn, welche alsFolgen des dreißigjährigen Krieges zurück geblieben waren. Er hattebei seinem Aufenthalt in Holland kennen gelernt, zn welcher WohlfahrtStaat und Volk durch Handel und Schiffahrt gelangen können. Daherkommtder gewisseste Reichthumb und das Aufnehmen eines Landes." "Nicht mit Unrecht hat deshalb der Verfasser dieses Werkes demselben

' S. Th. I, S. 33 ff.s S. Th. I, S. 39 ff.

° S. Th. I, S. 66.

" S. Th. I, S. 287 und Anm. 2 daselbst." S. Th. I, S- 8.