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Deutsche Privalbriefc des Mittelalters.
U9.
Johannes, Prior zu lAeödorf, an Aaspar Areß in Pürnöerg. Rebdorf.1493 September 7?)
Im Auftrag des Rentmeisters des Bischofs von Eichstätt ersuche er ihn, Fritz von Seckendorfbezügl. des Verkaufs des Zehnten zu Klein-Abenbcrg an das Kloster Marienburg zu unterrichten.Obwohl er wegen der Einkleidung einer Nonne in kurzem nach Nürnberg komme, habe er ihm diesdoch mitteilen wollen.
Nürnberg (Kraftshof) Freih. v.Kreßsches Faniilienarchiv. Korresp. d. Kaspar Kreß. Or.
Mein demütiges gepet und fruntlichcn grüß zuvor. Lieber her Caspar.Mir hat enpoteu mynß guedigen Herrn von Eystet^) rentmcyster Wilbolt Poll^)
(Adr.) Der cdclcn und woilgcbornen franwe Margretha van Sickingcn, wollende zn Ebcrnbnrch(bei Kreuznach), myner hcrtzlicbcn fran modcr."
Der zlveite Brief ist datiert vom 20 . März 1503 und lautet:
„Jesus. Maria.
Das heilige, bitter, kostber und fruchtbar lijden Nutzers lieben Heren Jesu Christi, da alle nutzersciichcit in gelegen ist, sij »wer bäuerlicher genaden und licbden gcschrcbcii vor viel herzlicher, frunt-lichcr grnctzcn. Nwcr vatterlichc licbdc wisze, das is myr, uwcr dochter, van der genaden gotz woil gectund gesnnt bin: nutzer lieber herre sij alzit gelobt. Dasselbe und alless) guet Legeren ich Widder mitgroitzcm verlangen van uch zo hocrcn, und noch viel ine, selber init nch zo sprechen und such) zu sie». Wcreis der Wille gotz und iS nutzer lieber herre also wolt foegen, wer myncm hertzen cyn nnnssssprechlichc,groetze frcudc. Aich wist, »ihn hcrtzlich allerliebste, her vatter, das ich kurtz nach der Helgen drij konnickdag syncn brieff van nwcr vatterlichcr licbden Hayn entpfangcn, da ich nit wcnnich in crfrcuwct was, alwaS, das (obgleich) yr »ihr da scr kurtz schrebt, nmb daS ich da in demselben brieff vcrstnnt, das yr nochalle gefüllt waert, das myr cyn grotze freudc was. Wan ich so grotzc sorge vor nch hat und verlangen, zoWitzen, wie is mit nch allen wcre, ninb das ich hat vcrstayll, das is so ser in obcrlant stürbe und sonderlich,da yr wocnt, das yr andcrswar umb die sterbdc inoist woncn. Und aich sonderlich uff die lestc brieff,die ich uch, myner fran mutter und inhncm brucdcr schrehb in die Franckfortcr initz, cn hat ich Icyn ant-loort olitvfangen, und darumb soviel de me was ich vor uch sorgende, ob uch ctzwas mocht gebrechenaber das is uch nit woil ginck. Aich, allerliebste her vatter, so hait yr myr gcschrcbcn, das yr in ditzcrVranckforter mitz myr alznmail sult schrijben, wie is mit uch allen ist: das Legere ich noch hcrtzlichen,das ir is doyn wolt. Ater lieber sult ich uch selber zo sprechen und aich myncn hcrtzlicbcn brnedcr,dem iS doch nit viel schaden sult. das er cyns bij mich wolt kommen, Wan er ist noch jonck und starckund hait auch also viel sorgen, last und bekummcrnitzc nit als yr, myn hcrtzallcrliebstc her vatter, dasich wail kan merckcn und bekennen und auch vcrstaen Hayn, das yr nu scr viel zu doyn hait in mynSgenedigen her Pfaltzgrcven Hofe (Kurfürst Philipp von der Pfalz! Sickingen war knrpfälzischer Hofmeister).Nochtan wer myr lieber, das yr nntzcrm lieben Heren nu moicht dienen in rasten (Ruhe), wer iS alsogelegen etc. Auch bcgcrc ich, daS yr mir ser hcrtzlichen, fruntlichcn wolt grnetzcn myncn hcrtzlichenallerliebsten brueder. Und hicmit bevelcn ich uch dem almcchtigcn got, der uch lange in gcsunthcit undselichcit wolle gcsparcn in synem dienst zo selichcit nwer sielen. Gcschrcbcn mit grotzer ylcn off sankBcnedictuL abcnt anno domini lövo und 3.
Suster Gerdrnd van Sickingcn van sautClären ordcn zo Hochstratzcn zo untzcr liebervranwen in der krönen, nwer dochter.
(Adr.) Dem edelcn und wolgeborncn her Swicker van Sickingcn, wollende zu Ebernburch,mynem hcrtzlieben her vadcr."
v Um die Gruppe der vorhergehenden Briefe beisammen zn lassen, sind die folgenden Briefe injene nicht chronologisch cingeordnct. ») Bischof von Eichstätt, damals Wilhelm v. Reichenau (1434-1493).
Zu diesem Namen hatte ein Kenner der Eichstättischen Geschichte, Herr Rcichsarchivrat Rieder, dieGüte, mir das Folgende mitzutcilen: „Nach meinen .Vier Erbämter des HochstiftS Eichstätt'II, I (Sam.melblatt des Histor. Vereins E. 1898, S. S9 M. I) war Willibald Pöll (al. Poll) bereits um 1480 Hof-meister und Hofrichtcr zu E., sowie Untcrspitalmcister am Heiliggcistspital daselbst. — Seit 1593 ist einWillibald Pöll Pfalznenburgischer Erbpflegcr zu Konstcin, bisheriger Küchcnschrctbcr des Herzogs Friedrich,Vormündcrs der jungen Herzoge Ottheinrich und Philipp zu Sicuburg. Er hatte die im LandshutcrErbfolgekrieg zerstörte Burg Konstcin wegen seiner Beihilfe in demselben sowie als Entschädigungfür Kricgsauslagen erhalten und stellte ISIS die ausgebrannte Burg nebst Schlotzkapelle wieder her(Jahresbericht des Hist. Vereins in Mittclfranken, Bd. 25, S. 39, 72 und 82 . Vgl. Anton Strichele, DasBistum Augsburg, II, S. 753, Anm. 7 und S. 754f.). Daß freilich dieser Poll ein und dieselbe Personmit dem Eichstätter Rentmeister ist, erscheint mir nicht vollständig sicher."