Druckschrift 
2 (1907) Geistliche - Bürger, 1
Entstehung
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(Vorbemerkungen.

Zu der Abreilung: Geistliche Briefe.

Zu Nr. '13. Hier sind in unserer Sammlung einige Proben aus den geistlichenBriefen Heinrich Seuses wiedergegeben, und zwar nach dem bisher einzigen neueren Druckderselben, der Pregerschen Ausgabe; die ausgewählten sind mit Prcgers Vorlage, derMünchener Handschrift, noch einmal kollationiert worden. Die S. 4, Anm. 3 erwähntentiefen Meinungsverschiedenheiten zwischen Preger und Denifle über das ursprünglicheBriefbuch konnten für die hier vorgelegte kurze Auswahl nicht dazu führen, meinerseitsdie Frage zu prüfen und die drei Briefe etwa nach einer hsl. Vorlage zu geben. In-zwischen, als unser Band bereits zum guten Teil gedruckt war, ist aber eine trefflicheAusgabe der Seuseschen Schriften erschienen: Heinrich Sense, Deutsche Schriften, im Auftragder Württembergischen Kommission für Landesgeschichte Hrsg, von Karl Bihlmeher, Stutt-gart 1907. Aus ihr ergibt sich nun der Unwert der Pregerschen Ausgabe zur Evidenz.Bihlmeher äußert sich darüber so (S. 38* ff.):Ist nun wirklich das ursprüngliche, ungekürzteBriefbuch der Stagel unwiderruflich verloren, oder ist es in irgend einer Form erhaltengeblieben? Über diese Frage ist vor 30 Jahren zwischen Denifle und Preger eine heftigeKontroverse ausgefochten worden, die zwar kein völlig sicheres Resultat herbciführte, derenVerlauf aber doch unzweideutig erkennen ließ, auf welcher Seite sich der größere Scharfsinnund die umfassendere Kenntnis des handschriftlichen Materials befand. In seinem erstenAufsatz hatte Denifle ausgeführt, daß das ursprüngliche Briefbuch nicht, wie man glaubte,verloren sei, sondern sich im wesentlichen in der Stuttgarter Hs. 6o>i. tbsol. st xbiios.4° 67 s 8s erhalten finde, während das von Preger 1867 herausgegebene Briefbuch desOAin. 819 s ms, das dieser für die endgültige, von Seuse für das Exemplar bestimmteRedaktion ansah, sich nur als ein ungeschicktes Konglomerat aus Briesen des ungekürztenund sdess gekürzten Briefbuches darstelle. Dem gegenüber suchte Preger nachzuweisen, daß dieStagelsche Sammlung gar nicht erhalten sein könne, da Seuse nach seinen eigenen Wortensie vernichtete; derselbe habe wiederholt eine Auslese aus ihr veranstaltet: die erste besitzenwir noch in s (das ,alte' Briefbuch), die zweite in den 11 Briefen des ersten Druckes')(das ,neue' Briefbüchlein), die dritte, für das vierteilige Sammelwerk bestimmte, die aberdurch einen Zufall nicht in das Exemplar kam, in m.

Das neue Material, das in vorliegender Ausgabe der Forschung unterbreitet wird,ergibt mit Sicherheit, daß Denifle in allen wesentlichen Punkten das Nichtige gesehen hat,Preger dagegen wie in bezug auf die Vita so auch hier sich auf falscher Fährte befand.Was zunächst das kleine oder neue (gekürzte) Büchlein mit 11 Briefen anlangt, so kannes keinem Zweifel mehr unterliegen, daß wir darin die letzte, in ganz bestimmter Tendenzbearbeitete und in das Exemplar aufgenommene Auswahl Seuses vor uns haben . . . .m sd. i. der 6Zm. 8I9s . . . kann dagegen unmöglich als Schlußredaktion Seuses gelten und

*) Augsburg 1482 bei Anton Sorg (nach einer späten und schlechten Hs.).