Druckschrift 
2 (1907) Geistliche - Bürger, 1
Entstehung
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T>as Erscheinen des zweiten Bandes derDeutschen Privatbriefe desMittelalters", der nach meiner Absicht eigentlich dem ersten unmittelbar folgensollte, hat sich lange verzögert. Vor allem war in dieser Beziehung die lang-wierige Arbeit an meiner 1904 fertiggestelltenGeschichte der Deutschen Kultur"hinderlich, der ich mich mit voller Hingabe widmen mußte, weiter die Über-nahme eines neuen Amtes, das mir namentlich in den letzten Jahren wenigMuße ließ. Dazu kam die dauernde Inanspruchnahme durch die Heraus-gabe desArchivs für Kulturgeschichte", weiter ganz neuerdings eine eigentlichgar nicht zu meiner Aufgabe gehörende ausgedehnte Korrekturtätigkeit bei derDrucklegung der in der II. Abteilung derDenkmäler" erschienenen, vonI)r. Arthur Kern auf Grund seiner leider zum Teil nicht einwandfreien Ab-schriften herausgegebenenDeutschen Hofordnungen".

Dasiblonnm pismntur in nnnnm" ist bei dem vorliegenden Bandealso nur scheinbar befolgt worden: erst 1905 ist es mir möglich gewesen, dieunterbrochene Bearbeitung wieder anfzunehmen. Diese ist dann aber mitgrößter Sorgfalt geschehen, trotz aller hindernden Umstände.

Über Charakter und Ziele dieser SammlungDeutscher Privatbriefe" mußich auf die Einleitung zum ersten Bande verweisen, auch auf die dort vorgetragenenAusführungen über den Begriff der Privatbriefe. Dem inneren Wesen derMenschen der Vergangenheit durch Eröffnung unmittelbarer, meist bishernicht beachteter Quellen näher zu kommen, war das Hauptziel. Ich verkennedabei, wie ich bereits für den ersten Band betonte, nicht,daß die deutscheAusdrucksweise der Zeit noch überaus konventionell ist und immer nur be-dingte Rückschlüsse auf die Menschen selbst erlaubt". Weiter hebe ich noch-mals hervor, von welchem Wert diese Privatbriefe für die Kenntnis desprivaten äußeren Lebens, der materiellen Lebenshaltung, der Geselligkeit, desFamilienlebens usw. find. Hier muß gerade für das Mittelalter jede neueQuelle höchst willkommen sein. Einen Beweis dafür, wieviel wertvollesMaterial der erste Band der Privatbriefe bringt, liefert das treffliche WerkMoriz Heynes,Deutsche Hansaltertümer", in dem dieses jetzt erschlosseneMaterial reichlich herangezogen ist; und, wie mir der nun leider dahin-gegangene Verfasser mit herzlichem Ausdruck seines Dankes schrieb, sollten