Druckschrift 
2 (1907) Geistliche - Bürger, 1
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen
 

14

Deutsche Privatbriefe des Mittelalters.

kam zu meiner fronen, der kinngin von Ungern'), und schuf da nit. Darnachkam ich gen Baßel zu meinem und auch deinem lieben gekrümen datier, demTanler^), der mit mir bi dir was, und der half mir mit ganzen tränen, alsvil er mocht. Da was ich lang, das ich nit ein wesen fant nach meinem willen.Darnach, do es got wolt, da gab man mir herberg in dem spital ze Basel.Da Han ich gewalt ze predigen und Han alle tag geprediget und etwan zwaimalen an dem tag, sider man allelnia") hinletH, sv dn, mein träns kint und

mein knsches lieb in got, anfahist ze schwigcn. Und da knmt das best volck,

das in Basel ist, von armen gotzkindern und von reichen, von manen und vonfronen, von pfefen"), München, prudern, bürgern, chorhercn, edlen und gemainenluten, also das si vor mettin") kumeit und fahend stat') mit großen bcgirden,davon ich nit gesogen kan. Dißcr schulcr, Hans Schuster, unser lieber bot, dersuche cs wol. Den laß dir wol cnpfolhen sein, wan der kumet wider zu mir,tvan du und auch ander") mein friind wellent. So sprich ich auch alle tagmesse daz den") Tüschen Heren ze Basel, da Han ich ainen herentisch. llnd dietetten mir, waz si mochten, das si mich bi in gehoben solten. Das best volck,das in Basil ist, das Pichtet mir geren, mocht'") ichs mir") gehören. Die bestenHeren und burger ze Basel, die crwurbent mir ficrtzig tag antloß geben an denpredigen'-), das ich darumb nit west'"). Wunderlich gnad git got dem volck zumir und mir zu in. Man butt mich an Pfar, capeln, pfriind und ordcn ") undvil dinges, des vil ander sro werint, also das ich nit waiß, was ich nemen svl.

Diß schrib ich deinem getrüwen hcrtzcn vor got an rum'"), mer darumb, das

dn got für mich danckest mit ainem neuwen dienst und in bitest, das sein crean mir mit seinem Nullen Vvlbracht werd, und das er mir kraft verliehe undfiirhin gebe, sein werck mit warhafter trän zu lvircken bis in den tod: wan manmuß liden nit und haß umb etc. Ein neues chorreklin'") kauftent") mir erberfronen. Die wahrhait, mir brachten die besten chnrßner'") ze Basel ain gutchorhnben, das ich darnmb nit west, und schanckten mirß mit bcgirden. Wisseauch, mein selig freudenreicher zuflncht, das ich das buchlin von Schonenvelt'"),darnmb du mir geschriben hast-"), dem studenten gab, ir ainem, der nun von

N „Königin Agncs war dir Tochter König Albrcchts lr >308) und die Witwe des KönigsAndreas III. von Ungarn." Sie lebte im Kloster Königsfcldcn im Aargan, das ihre Mutter am Ortder Ermordung ihres Gatten gestiftet hatte. Strauch a. a. O. S. 35«. -) Johannes Taulcr, der bekannteMystiker und Volksprcdiger, Dominikanerordens. Er wirkte zumeist in feiner Vaterstadt Straszbnrg.") Or.: Alla. V „Vom Sonntag Scptuagcsima oder Sonnabend vorher bis znm Osterfeste fiel dasMlclujah im Gottesdienste aus, weil dieser Ruf in der Zeit der Trauer unpassend ist." Strauch a. a. O.S. 2SI. Der PassuL „sider . . ." „bezieht sich ans das ganze vorhergehende, nicht . . . nur ans etwanzwai malen an dem tag". Ebenda S. 357. °) Or.: Pffcfcn. °) Vor Mettcnzcit. Z Platz nehmen.") Or.: andern. °) Or.: dazs dein; daz ^ da ze: da zu den Deutschen Herren. >") „mocht" steht mitanderer Tinte über „mir" und ist durch Punkte an die richtige Stelle gewiesen. ") Or.: nüwr. DieErlaubnis, 40 Tage lang in seinen Predigten Ablatz zu erteilen. Vgl. Strauch a. a- O. S. 357. ") Ohnedaß ich darum wntztc. ") Eintritt in den Ordcn. ") ohne Sclbstlob. '°) Chorgcwand. kauffcnt.'bj Kürschner. DaS (dem Kloster) Schöncnfcld gehörte. °") Heinrich sorgte sehr für den Umlauf geistlicherLittcratur. Auch den Medingcr Schwestern wie nach Schöncnfcld, Kaisheim und Engclthal sandte er solche.(Vgl. Strauch a. a. O. S. I.XVI f.). So schreibt er 1345 (Strauch a. a. O. S. 246): „Ich send euch ain buch.daS haisst das liecht der gotheit: darzu zwinget mich das lebend liecht der hitzigen ininc Christi, wan cSmir das Instigistz tützsch ist und das innerlichst rürend mincnschotz, das ich in tützscher sprach je gclas ...