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2 (1907) Geistliche - Bürger, 1
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Deutsche Privatbriefe des Mittelalters.

waz ein mörin, und darab namend sie wunder, daz sy so swarcz Ivaz und imdoch under der großen znle aller seiner frauen die liebst waz. Waz meinet nnder heilige geist hierinne? Die swarcz leutselig worin, die got vor andern wolgesellet, ist ein gotleidender mensch, den got mit emsigem leiden übet, und inmit gedultiger gelassenheit begäbet. Lng, tollster, es ist leicht, von leiden zusprechen und ze hörend, es tut aber vil we ein gcgenwertiges enpfinden. Einleidender mensch lumpt underweilen von gedrang darzu, daz er möchte wenen,daz sein got het vergessen, und sprächet in seinem sinne: ach got, hast du unservergessen? weist du unser nit lebent? waz hast du gedacht über uns? wie magdein haut so swer sein, und dein hercz doch so milt ist? Discm lieplichen zürnen

Stagel in Töß, diejenige Heinrich» non Nördlingen aber Margaretha Ebner in Medingen. Beide Männermußten gerade ans Fronen vor allem wirken. Nennt Strauch den weichen, liebenswürdige», wenigenergischen Heinrichrecht eigentlich einen Fraucnprcdigcr" (a. a. O. S. I-XXV), so meint Pregcr(a. a. O. S. 365):Snsos inniges Wesen, sein zartes Gefühl, seine Milde, seine Willigkeit zu leidenmußten insbesondere für Franc» etwas anziehendes haben." Im übrigen steht Heinrich von Nördlingen,bei demvon einer eigentlichen mystischen Lehre nichts zu finden" ist und bei demohne irgend welcheSpekulation alles im Gefühle anfgcht" (Strauch a. a. O. S. I-XXV), an Tiefe Sensen bedeutend nach,überhauptan Geist und Verstand". Strauch in. a. O. S. NXIIj nennt daher auchScuses Briefe umvieles wahrer und tiefer, weil weniger überschwänglich".Während ScuseS doch gewiß Phantasie- undempfindungsvolle Sprache stets durchsichtig und natürlich bleibt, spielt Heinrich mit den Worten undläßt seiner Phantasie freisten Lauf. Nicht selten müssen wir schwülstige und unschöne Bilder undVergleiche neben anmutigen mit in den Kauf nehmen" (a. a. O. S. I.XXI). Strauch nennt Heinrichsgewiß oft poetische Redeweiseüberschwänglich, süßlich und tändelnd". Und Pregcr meint (Briefe HeinrichSusos S. Lv) von diesen:Wie hoch stehen sic doch nach Form und Inhalt über den Briefen Heinrichsvon Nördlingen an Margarete Ebner und andern Briefen dieser Art." So mögen denn auch von ScusesBriefen, die Pregcr (Abhandlungen der Histor. Klaffe der Bayer. Akad. d. Wiffcnsch., Bd. LI, S. 4L?)das Beste nennt, was wir an scclsorgerlichcn Briefen aus dem Mittelalter besitzen" (ähnlich BriefeHcinr. Susos Hrsg, von Pregcr S. 20), einige Proben hier stehen, trotzdem sic, wie gesagt, nicht Brieseiin eigentlichen Sinne sind. ?) über daS Leben Scuses, eines Schweizers (1225 zu Überlingen gcb.), vgl.Pregcr, Gcsch. d. d. Mystik, II, S. 313 ff. ') Über Elisabeth Stagel vgl. ebenda S. 265SS. Sic stammteans einem zürcherischen Geschlecht und war seit etwa 1337 Klosterfrau (Dominikanerin) in Töß beiWinterthur. Mit Scuse Ist sie vor 1340, aber nach 1335, genauer 1337 bekannt geworden. Sie war eineschwärmcrische Verehrerin SenscS und beschrieb sein Leben.Auch die zahlreichen Briefe, welche Susoan sie und viele seiner geistlichen Töchter geschrieben, sammelte sie und stellte sie zu einem Bricfbuchezusammen. Aus dieser Sammlung hat S. nach ihrem Tode ein größeres und ein kleineres Bricsbuch ver-öffentlicht" (Pregcr, Gesch. d. d. Mystik, II, S. 268). Vgl. auch ebenda S. 370:Bon der jedenfalls sehrreichen Sammlung ... veröffentlichte er zweimal eine Anzahl von Briefen. Sic bilden das sogenanntealte und das neue Bricsbüchlcin. Die übrigen Briese vernichtete er." S 335 (bezüglich der 28 Briefedes Stuttgarter Bricfbnchs, die Dcnifle für die ursprüngliche Sammlung der Stagel hält):Es bleibtnur übrig, in der Stuttgarter Sammlung das alte, von Suso redigierte Briefbuch zu erkennen, das eraus der Sammlung der Stagel zuerst veröffentlichte und dem er dann später das neue Briefbiichlcinfolgen ließ, in welchem nur ein Teil der alten und diese zum Teil in veränderter Gestalt gegeben sind."Vgl. noch die Abhandlung Pregcrs in derZeitschrift für deutsches Altertum", 20 (N. F. 8), S. 373415:Die Briefbücher Susos. Pr. hatte in seiner Ausgabe der Briese Scuses die von Fr. Pfeiffer gefundeneStuttgarter Handschrift (OoS. tüeol. Xo. 67) nicht benutzt und erhielt von ihr erst auS dem NachlaßPfeiffers Kenntnis. Hier untersucht er das Verhältnis der Hff. und kommt gegen Dcnifle zu demResultat, daß in der Münchener Hs. eine nochmalige Redaktion (Kürzung, Besserung und Änderung) derbeiden bereits veröffentlichten Bricsbüchcr durch Scuses eigene Hand vorliege. Vgl. S. 405:Das Briesbnchder Münchener Hs." isteine von Suso selbst hcrgcstcllte Zusammenlegung dcS alten und neuen Brief-buchs". P. meint auch (S. 406),daß Suso diese Zusammenlegung der beiden Bricsbüchcr zu einemeinzigen werde vorgcnommen haben, um dieses als vierten Teil seinem Sammelwerke anzufügcn".Die Stagel starb um 1350. Scusehat ihr in dem zweiten Teile der Vita ein Denkmal gesetzt."F Die Briefe stehen Blatt 166246. Die hier ausgewählten hat Herr Bibliothekar 1)r. Lcidingerin München mit der Vorlage nochmals zu kollationieren die Güte gehabt. Die Briefe nach derStuttgarter Hs. wicderzugeben, schien mir nicht angebracht. °) Der Brief trägt die Überschrift: Wiesich ein mensch sol williclichen geben in leiden nach dem bild Christi. ") Cant. eant. I, 5.