Druckschrift 
2 (1907) Geistliche - Bürger, 1
Entstehung
Seite
XVII
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Vorbemerkungen.

XVII

meyer S. 417 ff. Auf die bloß sprachlichen Differenzen und die der Schreibweise sei hiernicht weiter eingegangen. Nur folgende Abweichungen mögen notiert werden:

Zeile 2 unseres Brieftextes lies: an der minne büch.

„

s statt: so ein — ein so; statt: heimlich — so togcnlich.

„

6

„ taugen — tagen (— togen, tougen); statt: meister -

— minner.

„

8

„ beiten — beiten als dn.

„

10

„ nahet — neiget.

„

11

„ weit — verreheit.

„

IS

„ Neigung — necherunge.

17

„ gar lang — rehte lange; statt: ob ez nit allez alz

— Oder ist es

nüt alles sameni als.

„ 18: sey fällt fort, daun heißt es: damit üch do nach üwerm dunk so wol was?

„ 19: wa nun (hinter wa nü) fällt fort.

„ 21 statt: vertriben hast — vertribe.

„ 24 „ mit im in eiviclicher — mit inneklicher.

„ 28 „ frey herczeu — üwer hertze.

„ 29 „ geistliche» — geistlich; statt: als vil — als es.

„ 31 „ etweun — da.

„ 32 „ lieb haben — minnen; statt: allererst — erst.

„ 34 (Seite 7, Z. 1) statt: lieb auzgegossen — minne usSgesogen; und daz irMinen Worten untzher nit woltent geloben, des werdent ir nu selber enpfinden.

Weiter sei zu Z. 12: sanctus Gregorius die betreffende Stelle nachgetragen:Dial. IV, 33 (Migne 77, 373 f.). Z. 2V: zeitcn — Zeit sein; vgl. auch Römer 13, 11.

Nr. 3 ist in der ursprünglichen Form (Großes Briefbuch Nr. XX), wie erwähnt,nur unvollständig erhalten. Im Kleinen Briefbuch (Nr. VIII) (Bihlmeyer S. 384ff.)wird zunächst der vom Pregerschen Text (vgl. in unserm Bande S. 7, Anm. 1) etwasabweichenden Überschrift: „Wie sich ein götlicher mensch in götlicher süzzekeit sol haben" dieAdresse hinzugefügt: „Elsbeth Staglin", so daß also alle von mir ausgewähltenBriefe an die Stagel gerichtet waren.

Die Vergleichung des Pregerschen Textes erfolgt hier zunächst mit der ursprüng-lichen Form im Großen Briefbuch (Bihlmeyer S. 466—8) bis zur Stelle, wo der Briefdort abbricht. Der viel aussührlicherc, schöne Anfang sei ganz hierher gesetzt:

„Lnnuneiats äiievto, guia amors lauAueo.

Es schinet wol, daz die minne truncken machet, daz ein msnschc nüt weis, waz erschaffet. Sesse ein mensche vor eime kelre in cime sumerlichen tage, schone bedecket mitdes gelodeten Waldes schone wat'), bezettet mit der blümen manigvaltiger schonheit, undman im do herns eines kiperwines in den durchlühtenden glesern fürtrüge und innach sines hertzen girde trenckete, — und ein ander mensche uff der dürren Heide undereinem ruhen rekolter sesse und die ber abelese, daz er tempfige^) menschen gesunt mähte:enbütte iemen disem, wie er sich gegen dem süssen seitenspile halten und leichen und ge-baren solte, er spreche: ,er mag wol truncken sin, er wenet, daz allermenglich si alsoime, mir ist üt anders zu mute, wir sint unglich gefüretck

Min kint" usw.

Der weitere Text bei Preger deckt sich im allgemeinen mit dem Bihlmeyerschcnunter unwesentlichen Abweichungen, namentlich sprachlicher Natur.

An Stelle von Zeile 18ff. unseres Briestextes heißt es: „und daz er git zü enpfindcnde,daz ich mit den Worten sage, daz er bewert, daz ich nüt ein lieger (Lügner) bin, wanneich als reht vil von sincr minneklichen minne minnenden hertzen naht und tag sagen.

*) Kleidung, Gewand. Vgl. S. XVI, Z. 4: des meien wat. °) Das „tempsige" der PregerschenVorlage (unten S. 7, Anm. 4) wird auch hierdurch als Fehler bestätigt.

Steinhaufen, Deutsche Privarbriefe des Mittelalters. II.

II