Druckschrift 
2 (1907) Geistliche - Bürger, 1
Entstehung
Seite
VII
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Einleitung.

VII

Gewinn, auf den ich nebenbei hinwies, der sich aber auch bei vielen anderenEditionen historischer Quellen älterer Zeit ergibt. Ich möchte also nocheinmal ausdrücklich feststellen, daß ich als Historiker, nicht als Philologe,der ich nicht bin, an die Aufgabe herangegangen bin. Damit will ich aberkeineswegs etwas gegen die Philologie gesagt haben, im Gegenteil weiß ichaufs dankbarste die Leistungen unserer deutschen Philologen zu würdigen undhabe mich auch in der vorliegenden Arbeit öfter, immerhin aber möglichstselten, mit der Bitte um Auskunft an sie gewandt, wie mich schon beim erstenBande John Meier freundlich unterstützt hat. Freilich haben auch sie nichtalle Rätsel lösen können. Gerade mit den schwierigsten Stellen undsie sind in diesem Bande viel zahlreicher als in dem ersten habe ich michselbständig abfinden müssen; und einmal fand ich eine zutreffende Erklärung,während selbst ein Spezialkenner der Mundart mit der Stelle nichts an-znfangen wußte. Damit will ich nur sagen, daß ich mich redlich bemühthabe, allen berechtigten Anforderungen der Philologen gerecht zu werden,soweit diesen ein Nichtphilologe gerecht werden kann. Ich weiß fernersehr Wohl, daß vom streng philologischen Standpunkt aus gewiß mancherleian meiner Ausgabe wie aber wohl an vielen, selbst wenn sie von einemPhilologen ausgehen, ausgesetzt werden kann. Zum Teil liegt das auch an derbeschleunigten Drucklegung des ersten Bandes. Ich werde daher gern manchemit Dank von mir aufgenommenen Verbesserungen Schönbachs und Säg-müllers in den Nachträgen des dritten Bandes bringen, wo auch vielleichtder Wunsch Sägmüllers, es möchte das Verhältnis der Schriftzüge desTextes zu denen von Unterschrift und Adresse (bei den Briefen der Fürsten)festgestellt werden, noch erfüllt werden kann. Verlangt werden darf nur,daß meine Publikation mit demselben Maßstab seitens der Philologen gemessenwird wie ähnliche Publikationen anderer Historiker. Das Material, das ichhier vorlege, ist kein anderes als dasjenige, das sich auch in den Urkunden-büchern, z. B. Lübecks, dem Liv-, Est- und Cnrländischen, den Hanscrezessen, inden Publikationen ans den preußischen Staatsarchiven, in den Uontes rernm^nstrinonrum usw., vor allem in den Zeitschriften der historischen Vereine

das von dem Verfertiger der für mich im Dresdner Archiv gemachten Abschrift herrührt,in Nr. 111. Es war in der Korrektur bereits verbessert, ist leider aber stehen geblieben.Diese Punkte werde ich im dritten Bande mit den Nachträgen zum Ganzen erledigen. Beidieser Gelegenheit möchte ich bemerken, daß ich das Original der aus einem schon vorliegendenDruck übernommenen Nr. 517 nicht selbst kollationiert habe. Sägmüller in Innsbruck,der bei seiner Besprechung des ersten Bandes das in Innsbruck befindliche Original diesesBriefes als des einzigen ihm dort zugänglichen mit meinem Druck verglichen hat und kleineAbweichungen festgestellt hat (will statt wil u. a.), führt diesen Vergleich als Beleg an,ohne ihn freilich verallgemeinern zu wollen. Tatsächlich beruht mein Druck auf einer vondem k. k. Statthaltereiarchiv in Innsbruck freundlichst für mich angefertigten und mirunter dem 21. Juli 1898 übersandten Abschrift. Ich hätte das allerdings ausdrücklichnoL erwähnen sollen: jedenfalls fallen aber jene Abweichungen nicht mir zur Last.