wo er nicht angegriffen werden konnte. Aber derVerräther hatte ihm nicht entdeckt, daß hier keinWasser zu finden war. Kaum war die Nacht herein-gebrochen, so rückten die Heiven dicht an das Lagerder Christen, versperrten alle Zugänge und stecktendas Kraut und Gesträuch, welches das Lager derChristen umgab, in Brand, sodaß die Hitze desFeuers und ein gewaltiger Rauch die allgemeineNoth nicht wenig vermehrten.
Boll der quälenden Angst, von Durst gepeinigt,brachten die Kreuzestruppen die ganze Nacht unterden Waffen zu, mit Sehnsucht den Tag erwartend.Die ausgehende Sonne zeigte ihnen aber erst dasVerzweiflungsvolle ihrer Lage. Auf der einen Seitevon den Türken umringt, auf der andern von Fel-sen eingeschlossen, nirgends ein Ausweg. Selbst derletzte Trost — ein tapferer Kampf — wurde ihnennichtgewährt; denn Saladin, wohl wissend, daß je-der Augenblick, um welchen er das Treffen verzögerte,ihm den Sieg erleichterte, zog seine Schaaren zu-rück. Jndeß rückten die Christen verzweislungsvollaus in geordneten Schaaren. Um die dritte Tages-stunde waren sie am Berge von Hittin im Ange-sichte von Tiberias und dem schönen See Genesa-reth, an dessen reizenden Usern von dem Heilandso manches Wunder vollbracht worden.
Die Tempelritter, welche den Vortrab bei derArmee ausmachten, stürzten sich zuerst in die Ebeneherab, wo die feindlichen Truppen sie mit wüthen-den Säbelhieben empfingen. Aber nichts brachte siezum Weichen. Jeder Einzelne kämpfte einen drei-fachen Kampf: für sich selbst, für den Orden, undfür die Sache der Christenheit. Ihre Tapferkeitwar ihrem Muthe gleich, denn Verzweiflung lenkte