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2 (1832) Geschichte des Johanniter-Ordens
Entstehung
Seite
80
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foderte mit ungestümem Stolze von den Johanni-ter-Rittern die Übergabe der Neste. Allein der edleGroßmeister Roger des Moulins crtheilte kühn undentschlossen die Antwort: ,,Die Johanniter sind

nicht gewohnt, Städte zu überliefern, die sich ih-rem Schutze anvertraut haben, sondern mit denWaffen in der Hand jeden Frevel der Barbaren zubestrafen, oder — kämpfend mit Ehr' und Ruhmzu fallen." Wie von einem elektrischen Schlagebelebt, griff nun Jung und Alt zu den Waffen,selbst Greise und Frauen rüsteten sich zur äußerstenGegenwehr. Auf allen Gesichtern las man Ent-schlossenheit und Ingrimm; überall zeigte sich diestille Wuth der Verzweiflung. Dies alles bewirktedas Beispiel eines einzigen Mannes.

Ein Ausfall bei dunkler Nacht ward beschlossen.Gegen die zwölfte Stunde rückten die Ritter, dasSchwert in der einen und Feuecbrände in der an-dern Hand haltend, in das feindliche Lager. Schonwar Alles in tiefen Schlaf versenkt. Mit einemMale schlagen aus allen Zelten die Flammen zu-sammen. Ein furchtbares Blutbad beginnt, Ent-setzen und Verzweiflung treibt Viele zur Flucht,Viele zur Gegenwehr, Viele aber auch zum Todedurch das eigene Schwert. Erst der anbrechendeMorgen und Saladin's heldenmüthigcs Beispiel ver-mochte den Much der Ungläubigen wiederum hcrzu-ftellen. Jetzt sammeln sich die zerstreuten Truppen.Der Sultan stellt sich an die Spitze, und ein re-gelmäßiges Treffen beginnt am Flusse Kischon (1.Mai 1187), etwa sieben Rasten von Nazareth ge-gen den Jordan hin. Die Christen sind in Ge-fahr umzingelt zu werden; aber mit der wachsendenGefahr verdoppelt sich ihr Much, und mit jedem