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2 (1832) Geschichte des Johanniter-Ordens
Entstehung
Seite
79
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meinen Bruder zum Könige machte, würde mich,wenn er mich gekannt hätte, zu einem Gott ge-macht haben."

Wenn gleichwol eine allgemeine Unzufriedenheitüber diese Wahl im Volke herrschte, so war dochNiemand dadurch so sehr im innersten Leben an-gegriffen, als der ehrgeizige Regent Raymund vonTripolis. Dieser unerwartete Schritt der Königinwar ein neuer Eingriff in seine vermeinten Rechteals Reichs-Statthalter, den er in seiner prahlerischenHoheit auf eine beispiellose Art zu ahnden schwur.Ein unerwarteter Schlag sollte nicht nur die Mon-archin, sondern auch ihren unwürdigen Gemahlund den ganzen Tempelhercnorden, der die Absich-ten der ersteren so heimtückisch unterstützt hatte, zuBoden schmettern.

Mit diesem verrätherischen Entschluß entfernteer sich vom Hofe und knüpfte mit dem Erzfeindeder Christenheit, mit Saladin, Verbindungen an.Dieser versprach ihm nicht nur Beistand, sondernsogar den einstigen Besitz der jerusalemitischen Kroneund die Ausrottung der Templer als ihrer gemein-schaftlichen Feinde, wenn Raymund sich entschlösse,die Lehre Mohammed's anzunehmen und sich zumVasallen des Sultans zu erklären.

Raymund willigte sogleich in den Vorschlag, unddie Geschichte sagt, er habe sogar auf der Stellesich der Beschneidung unterzogen. Unter der Maskeder Verstellung täuschte er alle seine ehemaligenGlaubensbrüder. Saladin aber, heimlich von ihmunterstützt, rückte alsbald mit einer furchtbaren Ar-mee in Palästina ein, und zeigte sich, ohne bisdahin das geringste Hinderniß zu finden, am 1. Mai1187 vor den Mauern von St. Jean d'Acre, und