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Mittlerweile wurden an dem Hofe zu Jerusalemselbst Kabalen auf Kabalen geschmiedet. Es galtnichts weniger als die Frage, wer künftighin dieKrone tragen und einstweilen die Zügel der Regie-rung führen sollte. Balduin IV. fühlte sich täglichschwächer und von seiner entsetzlichen Krankheit *)beinahe aufgczehrt. Er übergab daher noch bei Leb-zeiten (1183) die Leitung der Geschäfte dem RitterVeit von Lusignan, welchem er sogar seine Schwe-ster Sibylla zur Gemalin und die Grafschaft Joppeund Askalon zum Eigen gegeben hatte. Doch baldbereute es der König, sich der Herrschaft entschlagcnzu haben, zumal da die angesehensten Fürsten, Bohe-mund von Antiochien, Rapmunö von Tripolis, Rai-nald von Sidon und Balduin von Rama ihn mitBitten über die Nothwendigkeit der Absetzung desunfähigen Rcichsverwesers bestürmten.
An diesen Ränken, welche gegen den Grafenvon Joppe geschmiedet wurden, war selbst seineGattin Sibylla nicht ohne Antheil, denn sie wolltelieber die Krone aus dem Haupte ihres geliebten Soh-nes Balduin sehen, welchen sie ihrem ersten Ge-mahl, dem Markgrafen Wilhelm von Longaspata,geboren hatte.
In einer Versammlung der Barone und Prä-laten des Reichs erklärte der König seinen Willen,die Regierung wieder an sich zu nehmen, und sei-nem fünfjährigen Neffen Balduin V. unverzüglichdie königliche Würde zu verleihen. Der Graf vonJoppe, der selbst gegenwärtig war, vernahm dieseErklärung ohne Widerspruch. Wenige Tage daraufwurde der Knabe Balduin in der Aufcrstehungskicche
') Er litt an der bllepbantiasis, d. i. an dem Aussatz.