Wer das Mittelalter mit seinen tief eingewurzel-ten Vorurtheilen und schroffen Institutionen kennt,weiß die Angst eines solchen vom Gewissen gefolter-ten Herzens zu beurthcilen, und erblickt leicht dieGefahr, welche über Bohemunds Haupte schwebte.
Roger des Moulins Bestreben war vorzugsweisedahin gerichtet, mit allen Kräften an der. Wieder-herstellung des Reichs zu arbeiten; bank suchte erden Regenten zu einer standhaften Fortsetzung desKrieges aufzumuntern, um dadurch die Kräfte desFeindes nach und nach zu erschöpfen. Doch' eineunselige Zwietracht, lauerte an den Stufen dis Thro-nes, und die Ohnmacht des Monarchen war nichtim Stande, ihre tückischen Gewebe zu zerstören.Ehrgeiz, Herrschsucht, Neid und Kabalen aller Arttrennten die Gkoßen des Reichs und untergrubensogar die Grundpfeiler des Thrones, für die mandie beiden Ritterorden der Tempelherren und Jo-hanniter mit Recht anseycn konnte. Letztere sahenmit stillem Ingrimm datz schnelle Wachslhum dererstem, hielten sich aber als Mutterstamm jenesZweiges für besser und achtungswerther. Beidesuchten verschiedene Wege zum Ziele des Ruhmsund der Größe aufzufinden, wo sie sich einen Ein-fluß begründen konnten, welcher sden Glanz seinesNebenbuhlers verdunkelte. Beide g^ngU daher ihreneigenen Weg und kamen somit ANlkier weiter auseinander. Die Früchte dieser Leidenschaften warenunaustilgbarer Haß, der''zuerst'"still"und verborgenin den Gemüthern glimmte, aber bald in offeneFeindschaft ausbrach, welche der'Papst, durch denKönig von Jerusalem zum Schiedsrichter aufgeso-dert, auf kurze Zeit zu dämpfen, aber niemals zutilgen vermochte.
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