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der wackere Gottfried von Bouillon die halb erlo-schene Flamme des Muthes durch sein tapferes Bei-spiel wieder an. Ohne seine Standhaftigkeit hattevielleicht auch dieser Zug ein unglückliches Endegenommen.
Bekannt mit allen Hindernissen und von Jugendauf vertraut mit Abenteuern und Beschwerden, führteer gelassen sein Heer jedem Unfall entgegen. Keinerscheute, auf ihn blickend, den gewissen Tod, nochdie augenscheinliche Gefahr. Eine Heldcnthat folgteder andern, überall Beispiele von Entschlossenheitund Verachtung des Todes, redende Denkmale echt-ritterlicher Tapferkeit, schone Wirkungen des religiö-sen Enthusiasmus. Die Feinde wurden von allenSeiten geschlagen, Syriens Hauptstädte sielen, An-tiochien ergab sich, das stolze Tarsus beugte seinHaupt, Nizea und Edessa wichen der Kriegslist, undTortosa dem Sturme.
Endlich im Juni des Jahres 1099 betraten dieFüße der aus tausend Gefahren übriggebliebencnWallbrüder das Gebiet der heiligen Stadt, und amsechsten Juni erblickten sie von der Anhöhe beiEmaus das Ziel ihrer Wünsche >— Jerusalem. Einunendliches Jubelgeschrei erfüllte die Luft, und Freu-denthränen stürzten aus Aller Augen. Von einemheiligen Schauer ergriffen warfen sich alle auf dieKm'ee, und die Berge, welche rings die Stadt be-kränzen, ertönten im Widerhall ihrer lauten Andacht.
Kaum konnte Gottfried ihren Eifer so weit zü-geln, daß sie nicht tollkühn auf die Mauern derStadt losstürmten. Ihre Eroberung war nicht leicht,die Besatzung an Zahl viel stärker als die Kreuz-fahrer; denn nur etwa 40,000 waren von diesennoch übrig. Der feindliche Befehlshaber spottete