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Geschichte der Kreuzzüge. Buck, IV. Kap. V.
ses Verlangen zu gewähren, da vorherzusehen war, daßdieser Schatz in die Hände der Heiden fallen würde, wennder Vertrag nicht zu Stande käme. Aber damit warnicht aller Verlegenheit geholfen. Jedoch Balian erhieltVollmacht, den Vertrag abzuschließen, unter so leidlichenBedingungen als möglich.
Balian fand auch bey dieser Unterredung den Sultanso bereitwillig, das Unglück der Christen zu lindern als mögtlich war. Denn er hatte dafür zu sorgen, daß die Hofftn»ng seiner Emire und ihrer Reiter auf eine reiche Beutenicht gänzlich getäuscht würde. Das Lösegeld wurde alsofestgesetzt zu zehn Bizantien für jeden erwachsenen Mann, zufünf für jede erwachsene Frau, und zu Einem für jedesKind; außerdem sollten noch sieben Tausend Arme zusam-men für den Preis von hundert Tausend Bizantien die Frey-heit erhalten; und auch diesen Preis setzte der Sultan, alsBalian versicherte, daß nicht die Hälfte dieses Geldes nachBezahlung des übrigen Lösegeldeö in der Stadt vorhandenscyn würde, zu fünfzig Tausend lind zuletzt auf wiederholtesBitten, zu dreyßig Tausend Bizantien herab. Zum Ver-kaufe der Güter, zur Bezahlung des Lösegeldes und rumAbzüge aus der Stadt wurde den Christlichen Einwohnerneine Frist von vierzig Tagen bestimmt, also daß derjenige,welcher nach dem Ablaufe dieser Frist noch in der Stadt sennwürde, »nabwendlich in die Knechtschaft des Sultans fiele.Ferner machte sich Saladin verbindlich, diejenigen, welchenach Bezahlung ihres Lösegeldes auszögen, sicher geleitenzu lassen nach ihrer Wahl, entweder nach Antiochien odernach Alexandrien, und ihnen in der letzten Stadt den Aufent-halt so lange zu gestatten, bis sie Schisse finden würden zurUebcrfahrt ins Abendland. Auch erlangte es Balian, daßjwep Weiber und zehn Kinder für Einen Mann gerechnet