2 8o Geschichte der K r e u z z ü g e. Buch IV. K a p. V.
Saladin batte längst mit Ungeduld geharrt auf dasAnrückcn der Christen, denn er dielt sich des Siegs gewiß;und er war daher nicht wenig erfreuet, als die ausgesandtenSpäher ihm die Kunde brachten, daß das Christliche Heerim Anzüge sey. Ohne Verzug setzten sich die Heiden in Be-wegung , und nur so viele blieben in Liberias zurück alsnöthig waren, die Burg einzuschließcn
Srentags Was der GrafNaimurid vorher gesagt hatte, wurde nur
^ ^ zu vollständig erfüllt. Als um die neunte Tagesstunde dasChristliche Heer unfern von Marescallia auf der Hälfte desWeges zwischen Sephoria und Liberias ankam, waren dieChristlichen Streiter von der steten Beunruhigung der Tür-ken, der heftigen Hitze des Tages und dem quälendstenDurste schon so sehr ermüdet, daß sie den heftig andringendenHeiden kaum mehr zu widerstehen vermochten. Daher ver-breitete sich im Heere Furcht und Zaghaftigkeit, und meh-rere sahen Zeichen, welche ihnen das bevorstehende Straf-gericht Gottes über das Christliche Volk zu verkündigen schie-nen. Ein Kammerhcrr des Königs sah bey Marescallia,als eben die Türken am heftigsten andrangen, über dem Heereeinen Adler fliegen, welcher in seinen Klauen sieben Pfeileund eine Armbrust trug; und diese sieben Pfeile schienenihm die göttlichen Strafen anzudcuten für die sieben Tod-sünden, welche unter den Christen herrschten"). Nichtlange zuvor war eine alte Frau angctroffen worden, dieMagd eines syrischen Malinesin Nazareth, welche verdäch-tig geschienen; durch Gewalt wurde sie genöthigt zu demEeständniß, daß sie von Saladin gesandt worden, um dem
x. 6g. heftigste Kampf an diesem Tage bey
q 2 ) Marescallia war drcy Rasten dem Dorfe Allnbia.
von Liberias entlegen. Ue.st. 6c>x. , . _ . .... , .
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1. c. Nach Vohaekbin geschal» der