2. Cl,r.i>S7.
260 Geschichte der Krcuzzüge. Buch IV. Kap. V.
durch seine schöne Gestalt und sein angenehmes Wesen sichempfohlen hatte, bereits für ihn gewonnen waren, so fruch-tete die Abmahnung des Erzbischoffs Wilhelm nichts; Hera-klius wurde sogleich mit seinem Gegner, dem Könige, wel-cher nach dem alten Herkommen zwischen zwey ihm in Vor-schlag gebrachten zu wählen hatte, von den Prälaten vor-geschlagen und von Balduin dem vierten, der MarkgräsinSibylle zu Liebe, als Patriarch angenommen.
Späterhin bereuten es viele, der Warnung des Erz-Lischoffs von Tyrus nicht Gehör gegeben zu haben; dennHeraklius stiftete bald großes Aergerniß. Er überließ sicheinem höchst ärgerlichen Leben mit der leichtsinnigen Paschavon Rivcri, der Ehefrau eines Specereyhandlers zu Ncapo-lis, welche er nach dem Tode ihres Mannes selbst nach Je-rusalem kommen ließ, wo er ein stattliches Haus ihr einsrichtete, und mit einer zahlreichen Dienerschaft sie umgab.Das Volk nannte sie nicht anders als des Patriarchen Frau;und öffentlich zeigte sie sich nicht anders als in großer Pracht.Wie eine Fürstin zog sie zur Kirche mit einer zahlreichen undglänzenden Begleitung. Auch gcbahr sie dem PatriarchenKinder. Als in den schimpflichen Tagen an der QuelleTubania der Patriarch mit den übrigen Fürsten des Reichsim Kricgsrathe war, drängte sich ein wahnsinniger Mannin die Versammlung und rief mit lauter Stimme: HerrPatriarch, ich bitte um einen guten Lohn, denn ich bringeeuch gute Botschaft, Frau Pascha, euer Weib, har eucheinen schönen Knaben geboren. Und der Patriach, beschämt,hieß ihn schweigen. Solches Aergerniß machte Herakliusnicht dadurch gut, daß er mit dem Großmeister des Hospi-tals in allen Ländern der Christenheit herumzog, die Fürstendurch Vorzeigung der Schlüssel des Thurms David unddes heiligen Grabes so wie eines Kreuzpaniers anffvrdcrte