100 Geschichte dev Kreuzzüge. Buch IV. Kap. II.
-1. §br. wurde das Staunen der Aegyptischen Hofdiener, und nochlauter ihre Unzufriedenheit, als Hugo freymürhig unddreist forderte, daß der Chalifc seine Rechte enthüllt ihmreiche; indem er erklärte, daß bey einem Vertrage nichtsverhüllt und versteckt scyn müsse, sondern alles offen undfrey, und darum würben auch die Christen nicht meinen,daß des Chalifen Absicht redlich wäre, wenn er mit verhüllterRechte schwöre. Der Chalife fügte sich, zwar mit heftigemWiderstreben^'), auch dieser Forderung, reichte mit läschelndem Blicke seine entblößte Rechte dem fränkischen Ritter,welcher sie mit Treuherzigkeit ergriff, und leistete denSchwur mit den Worten, welche von Hugo bestimmtwaren ^). Dann wurde die Christliche Gesandtschaft mitkostbaren Geschenken entlassen.
Nach dieser Erneuerung des Vertrags schickten sich derKönig Amalrich und seine Ritterschaft an zu heftigemKampfe wider Schirkuh. Auch zwey Söhne des SultansSchaver ") schlossen sich mit zahlreichen AegyptischenScharen der Christlichen Ritterschaft an. Weil aber dieRückkehr der beyden Ritter aus der Stadt sich allzusehrverspätet hatte, und schon der Tag sich neigte, als siezurückkamen, so wurde der Uebergang über den Nil aufden folgenden Tag verschoben. Diese Zögerung warder Sache Schavers sehr nachthcilig. Denn in derNacht rückte Schirkuh mit seinem Heere vor, und lagertesich den Christen gegenüber unfern von Kahira, also daß
ZI) „Irivitng ulttrimum et HNL 8 rrnchektari äetralrens." Ist. iiritl.
Z2) „Lituäent Uitgonem xLatoruiu
wird iiichi gemeldet/ ob Hugo selbstder Arabischen Sprache so sehr mäch-
tig war, oder ob er dabey eines Doli«NietscherS sich bediente.
Zg) Wilhelm von Lyrus (XIX. 21.es) nennt ihre Namen: cMemel undIslakilst-i; des erster« (Kamel) er-wähnt auch Abulfeda (Lun. wosl.»ä a, ILg, S. üio).