70 Gcsciiichre der Kreuzzügc. Buch kV. Kap. k.
Sibr. mußte. Die Gesandten waren zwar anfangs geneigt, die
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Genesung der Gräfin abzuwarten; aber stets wurde diesedurch Rückfälle unterbrochen, und besonders heftig wurdedie Krankheit, so oft die Gräfin das Schiff wieder bestieg.Dadurch geschah es, daß alle ihre Reize zerstört wurden.Außerdem kam auch den Gesandten zu Ohren, daß dieAechtheit der Geburt der kaiserlichen Braut, wegen deszwischen ihren Eltern obwaltenden Mißverständnisses, kei-nesweges außer allem Zweifel scy '"). Die griechische Ge-sandtschaft suchte sich nun nach ihrer Weise Rath zu schaffenin dieser Verlegenheit. Johannes Contostcphanus begab sichin eine der Kirchen von Tripolis und erforschte, wie ermeinte, den Willen Gottes durch Aufschlagen der heiligenSchrift. Als nun sein Blick sogleich auf die Worte (Matth.22, 8 -) fiel: „die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gastesinds nicht werlh;" so säumte er nicht lange, mit seinerBegleitung Tripolis zu verlassen '^).
Dieses Verfahren der griechischen Gesandtschaft erbit-terte um desto mehr, als überhaupt ihr zweydenriges Betra-gen während ihrer Anwesenheit in Tripolis Unwillen unterden lateinischen Fürsten erweckt hatte. Denn diese sobaldsie die Sinnesänderung der Griechen gemerkt, hattenvon den Gesandten eine bestimmte Erklärung darübergefordert, ob die Verlobung der Gräfin Melusine mit demKaiser Manuel in Gültigkeit bleiben, oder, falls sie wider-rufen würde, dem Grafen Raimund Ersatz der aufgewand-
ii«) Ucücr dieses Mifiv-rständnii!-wische» de» Eltern der Gräfin Me-lusine s. oben S iS.
HZ) S. i3i. Wilhelm
von Tyrus meldei nichis von derLr. nläett der Gräfin. Noch der Be-schreibung de« ^innamus scheinen
die Zufälle epileptisch gewesen zuseyn : „Wenn sie sich ins Belt gelegtHane, so schauderte ibr Körper undwurde bcftigfi geschüttelt; dannfolgte Fieber, Bleichsucht und Aus-zedrung."