;o Geschichte der Kreuzzüge. Buch IV. Kap. I.
2. ehr. empfindlicher Kränkung ein Bevollmächtigter des Königsvon Jerusalem nach Damascus, um selbst die Schatzungvon dem Volke zu erheben, sondern cs wurde selbst denChristen gestattet, die Knechte und Mägde daselbst zumustern, um zu sehen, ob darunter solche sich befänden,welche aus Christlichen Ländern hinwcggeführt worden undihnen die Freyheit zu geben, in ihre Hcimath zurückzukeh,ren, falls sie nicht be» ihren Herren bleiben wollten. Eswar unter solchen Umständen nicht unwahrscheinlich, daßdie Christen ihre Hände selbst nach dem Besitze von Damas-cus ausstrecken würden. Das Muselmännische Volk dieserStadt aber sehnte sich nach der Befrcyiing aus so schimpfli-cher Untcrthänigkeit und Bedrängniß. Solche Gesinnung ließNureddin nicht unbenutzt, um so weniger, als er ausFurcht vor den Christen es nicht wagte, Damascus mitoffener Gewalt anzugrcifen. Nachdem er eine hinrei-chende Zahl der Einwohner und Soldaten zu demVersprechen bewogen, sich ihm willig zu unterwerfen, er-schien er mit seinem tapfcrn Heere vor der Stadt das
W) Abulfaradsch in seiner Syri-schen Chronik (S. 344) lässt den Nur-eddin durch folgendes schlaue Ver-fahren in de» Besch oon DamaScuSkommen: „Im I. Zgy entriß Nured-din die Stadt Damascus dem Mo-dschireddin mit Gewalt, nachdem erzuvor zwischen ihm und seinen EmirsZwietracht gestiftet hatte. Denn erschrieb an ihn heimliche Briefe sol-chen Inhaltes: Hüte dich vor derTreulosigkeit, dieses und jenes ldenn sie lassen eS mir ohne Slufhö-rcn anbieten, DamaScuS mir zuübergeben, ich aber bin nicht geson-nen oon den Franken abzulassenund wider Muselmänner zu streiten.
Nachdem er nun durch solche Künstediesen Unglücklichen verführt hatte,einen seiner Emirs nach dem andernzu tödten, und er überzeugt war,das keiner mehr in DamaScuS war,der ihm widerstehen konnte: so kamer vor die Sradr und nahm sie mitGewalt. Dem Modsehireddin gab ereinige Dörfer im Gebiete von Emessaund schickte ihn dahin. Nureddinerwies aber den Oamascenern vielEuteS, und sic freuten sich seinerHerrschaft, weil er im Stande warden Franken zu widerstehen." Mitder Erzählung des Abu Schamahstimmen vollkommen überein Abul-feda b. I. L 4 Y und Wilhelm von