König Balduin HI.
von Falkenbcrg, Durgvogt von St Aldemar, beiwohnten,unterhandelt wurde. Nach vielfältigen Unterhandlungenkamen sie endlich überein, daß zwischen Mutter und Sohndas Reich, so viel möglich, gleichmäßig getheilt und demKönige die Wahl zwischen bcyden Theilen, welche würdenbestimmt werden, überlassen werden sollte. Worauf derKönig die Städte Tyrus und Ptolemais mit ihren Spren-gel» für sich nahm, und Jerusalem und Neapolis mit derenKreisen seiner Mutter überließ. Diese bcyden Theile warenso sehr von einander getrennt, daß der König seiner Ritter-schaft einen eigenen Connetable, Honfroy von Toron,einen stattlichen Ritter und Herrn eines ansehnlichen Ge-biets in dem Erzstift Tyrus auf den Phönicischen Gebirgen,versetzte.
Aber nnr für wenige Monate stiftete dieser VertragRuhe und Frieden. Denn bald, auf den steten Antrieb derFeinde der Königin und des Connetable Manasse, suchteder König Vorwand, den mit seiner Mutter aufgcrichtctenVertrag zu brechen, und wer mochte leugnen, daß dieseThcilung der an sich nicht bedeutenden! Macht des Reichssehr nachtheilig war der Sicherheit der Christlichen Herr-schaft im Morgenlande? Der König säumte nicht lange,seine Absichten anszuführcn, als die meisten Barone der Kö-nigen die Lehentreue gegen sie brachen und ihm sich unter-warfen. Nur wenige Barone, außer dem Grafen Amalrichvon Joppe und dessen noch sehr jugendlichem Sohne, demGrafen Philipp von Neapel und Nohard dem allem, blie-ben der Königin treu. Sobald aber Melissendc die Absichtenihres Sohnes wahrnahm, empfahl sie die Stadt Neapel,wo sie bisher sich aufgehaltcn, einigen ihrer Getreuen, undbegab sich nach Jerusalem. Unverzüglich lagerte sich nunder König mit seiner Ritterschaft zuerst vor Mirabcl, einer
I. Sht.--Sr.