Druckschrift 
10 (1824)
Entstehung
Seite
110
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das heißt, durch die Genauigkeit ihrer Berechnungen und weiseVer.cfleicbung der Mittel mir dem Resultate, der Anstrengungen mitden Hindernissen. Nur auf diesem Wege konnten sie daS Gelingenfinden, wie groß auch die Kühnheit ihrer Unternehmungen, wie auS«geduhnt auch deren Erfolge seyn mochten. Sie haben zudem nieaufgehört, den Krieg wissenschaftlich zu behandeln. Nun sind sieunsre großen Muster geworden, und nur indem man dieselben nach,ahmt, kann man ihnen naher zu kommen hoffen..

„Man hat meine größten Daffenthaten blos dem Glücke beige»messe», und wird nicht ermangeln, mein Unglück auf meine Fehlerzu schieden. Wenn ich aber meine Feldzüge schreiben werde, sowirb man sich verwundern, wie sehr in beiden Fallen meine Der»nun ft und jede meiner Fähigkeiten in völliger Uibereinstimmung mitden Prinzipien geblieben sind rc."

Wie wünschenswertst ist eS doch, daß der Kaiser den Gedanken,seine Feldzüge zu schreiben, ausfühsen möge. Welche Commentarienwinden wohl mir denen Napoleons zu vergleichen seyn?*) —

ES scheint, als ob der Kaiser diese- Werk, das für Männer vomMetier von so großem Wertste gewesen seyn würde, nicht ganz voll»endet stabe. Inzwischen enthält die zweite Lieferung der MemoirenNapoleons von den Generalen Monthoion und Gourgaud, welche jetzt(Paris, Bossange FrercS) herauskömmt, Napoleons kritische Bemerkun-gen über ein militärisches Werk, welche von dem größten Interessesind, und in gewisser Beziehung das ersetzen, was wir verloren staben.Man findet darinnen jene eben jeyt erwähnten Feldherren der Alten,aber mit der sorgsamen Entwickelung, der Kraft und den Vorzügen,welche ein durchdachter, in die Feder diktirter Aufsatz vor dem rohenAuszüge eines flüchtigen Gesprächs hat. Ein anderer höchst interes-santer Gegenstand, den jene Werke enthalten, ist die Sammlung offi-zieller Urkunden und das Protokoll der Negotiationen zu Chatillon. Manhat viel von der Verlegenheit gesprochen, in welcher sich Ludwig XIV.zu Ende des SuecesstonSkricgs bei de» schrecklichen Conserenze» vonGertruidenbcrg befunden habe; aber großer Gott! was ist das gegenden Kongreß von Chatillon! Wie vcrzweiflungSvoll war der Zustanddes unglücklichen französischen Reichs und die Lage, wortnnen sich desseneinziger Bevollmächtigter befand, der allein gegen die gesamn.te trium-phirende Diplomatik von ganz Europa ankämpfen mußte! — Dochwundert man sich nach alle dem nicht mehr über die Hochachtung,welche der Herzog von Vicenza allen Fremden gleichsam abgenöthigthat. Es konnte nicht anders seyn: in ilim war Rechtlichkeit, Große,Freimütstigkeit, — mit einem Worte, Alle- vereint, was eine schöneSeele ausmacht. Seine Korrespondenz atbmet ununterbrochen dieGesinnungen de- treuen Unterthans, des innigcrgcbenen Freundes,und besonders des auSgezeicUncten Staatsbürgers. L)l»>e in den Werthseiner persönlichen Meinung «inziigehen, ist eS doch unmöglich, sichbei dein Lesen seiner Schriften nicht von Verehrung durchdrungen zuslll'iiN.