Freitags, den 25. Oktober 1816.
^ch fand den Kaiser beim Anziehen. Das Wetter war erträglichund er gieng daher aus. Wir gelangten in daS Wäldchen; er fühltesich schwach, denn seit 10 Tagen war er nicht hcrausgekommen;Seine Knice zitterte», sagte er, bald werde er sich auf mich stüz-zen müssen.
Jetzt erreichte uns, die Kalesche. Archambaud fuhr mit langenLenkriemen. Nach seines Brudcrö Abreise konnte das nicht andersseyn. Anfangs wollte der Kaiser nicht einsteigen. Er hielt esnicht für rathsam bei der Menge von Baum-Sturzeln. Er erinnertean sein bekanntes Umwerfen zu Saint-Cloud und verlangte, daßeiner der englischen Reilknechte sich als Postillion auffetzen sollte;aber Archambaud versicherte, er sey dann seiner Sache weniger ge-wiß, als wenn er allein fahre. Er sagte, seit seines Bruders Ab-reise habe er sich unaufhörlich mitten unter diesen Bäumen geübt,damit er für alles stehen könne. Nun stieg der Kaiser ein undwir machten zwei Touren. Bei der Rückkehr besuchte er die Woh-nung des Troßmarschalls, die er noch nicht kannte.
Der Abend vergicng bei dem Lesen einiger Stellen aus derMedca von Longepierre, welches der Kaiser unterbrach, um sie mitder Medca des Euripides zu vergleichen, die er herbei holenließ. Er erzählte bei dieser Gelegenheit, er habe einmal befohlen,man solle ihm aus dem Hoftheatcr ein griechisches Stück ganz ui,'verändert ln der besten Übersetzung und mit möglichster Annähe-rung an die Manier, das Kostüm, die Form und die Dekorationendes Originals geben. Er erinnerte sich nicht, durch welche Um-stände oder Schwierigkeiten die Ausführung seines Befehlö gehin-dert worden sey.
Als er nach seinem Zimmer zurückkam, warf er sich, weil ernoch nicht Lust zum Schlafen halte, nach einigen Malen Aus undAbgehen, auf sein Kanapee, schlug eine Art von politischer Samm-lung oder Almanach auf, den er eben zur Hand hatte, kam darin-v. Ealeo Tageb. m. Bd. 1