htll ausgesührt, mit Klugheit geleitet. Alexander beweißt, daß erzu gleicher Zeit groß als Kriegsheld, als Politiker und alS Gesetz-geber ist. Unglücklicherweise wurde, alS er den Lichtpunkt seines! Ruhmes erreicht hatte, sein Kopf verdreht oder sein Herz verdor-i ben. Er hatte mit dem Gemüthe eines Trajan begonnen, undendete mit dem Sinne eines Nero und den Sitten eines Hclioga-bals. „Der Kaiser beschrieb jetzt Alexanders Feldzüge; ich sahden Gegenstand in einem ganz neuen Lichte.
I Als er dann auf Cäsar übergieng, sagte er: Es habe der«i selbe ganz anders als Alexander, und zwar erst sehr spät seine! große Laufbahn begonnen. Nach einer geschästslosen, sehr lasser«haften Jugend habe er endlich einen überaus thätigen Geist, einhöchst edles und schönes Gcmüth gezeigt. Sein Charakter scheineihm einer der liebenswürdigsten in der Geschichte zu seyn. „Cäsar,so bemerkte der Kaiser, überwand die Gallier und die Gesetze seinesVaterlandes, — aber waren wohl seine großen KriegSchaten nuri Glück und blinder Zufall?" Er setzte jetzt die mächtigen Handbun«
j gen Cäsars eben so auseinander, wie er es bei Alexander gethan
^ hatte.
„Und dieser Hannibal, sagte er, der kühnste, vielleicht auchder bewundertste von allen, beherzt, sicher und vielumfassend beidem, was er that, begriff schon in dem Jugend-Alter von 28Jahren das Unbegreifliche und vollbrachte daS Unmögliche. Er ent-sagte aller Verbindung mit seinem Vaterlande, zog dahin durchfeindliche Länder, die er angreisen und bezwingen mußte, erklettertedie Pyrenäen und die Alpen, die man für unübersteiglich gehaltenl hatte, bezahlte, als er den Hinabweg nach Italien unternahm, die
i bloße Erreichung seines Schlachtfeldes, das bloße Recht zu fechten?-
mit der Hälfte seines Heeres, besetzte, durchzog und beherrschte! aber dann dieses Italien 16 Jahre lang, brachte das schreckliche <das allgemein gefürchtete Rom zu mehreren Malen an den Randdes Verderbens, und lies seine Beute nicht eher fahren, als bisman die große, durch ihn gegebene Lehre, daß man Rom in Romangreisen müsse, benutzte. Darf man wohl glauben, daß sein tha-renreiches Leben nichts als eine Laune des Zufalls, eine bloße Gunstdes Glückes war. Der Mann, der auf die Frage seines jugendli-chen Ueberwinders nicht zauderte, obgleich er besiegt war, sich selbstAlexander und Pyrrhus, die er für die beiden ersten Männer indieser Kunst hielt, unmittelbar nachzusetzen, mußte wohl eine großekräftige Seele und eine hohe Meinung von seiner Kriegskunst haben.
„Alle diese großen Heerführer der Alten, fuhr Napoleon fort,und diejenigen, welche später auf würdige Weise in ihre Fußcapfengetreten sind» haben daS Große nur dadurch vollbracht, daß sie sichnach den natürlichen Regeln und Grundsätzen der Kunst richteten,