Druckschrift 
10 (1824)
Entstehung
Seite
22
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riser Salons, die Immer mit dem Feinde im engsten Bunde stan-den, einen Tiger, einen Kanibalen geschimpft haben — aber das L

galt alles gleich; ich war es den Franzosen schuldig, die mir Ihren I

Schutz und ihre Dertheidigung übertragen harten. Ich habe einen »

Mangel an Charakter gezeigt, meine Pflicht unerfüllt gelassen." Er ^

fragte mich jetzt, ob die Pontons zu meiner Zeit existirc hatten; j

ich konnte es nicht sagen; inzwischen glaubte ich, daß es nicht derFall gewesen sey, weil ich gewiß wußte, daß es damals Gefäng-nisse gab, wo die Gefangenen im freien Felde eingepfercht warenund viele Engländer sie dort besuchten, um ihnen Gutes zu rhunund ihre kleinen Arbeiten zu kaufen. Auf jeden Fall mußten sieaber auch dort sehr schlecht verhalten werden und Hunger leiden;man erzählte, daß, als ein Agent des Gouverneurs zu Pferde hin-ein gekommen und einen Augenblick abgestiegen sey, man hinterseinen Rücken sich über das Pferd hergemacht, es in Stücke zer-rissen und verzehrt habe. 2ch konnte die Sache nicht verbürgen,aber sie war uns selbst von Engländern und zwar von fanatischenMenschen erzählt worden, die den Vorfall nicht etwa als einen Be-weis der Noch der französischen Gefangenen, sondern nur darumerwähnten, damit man daraus sehen möchte, wie wild und gefräßigdiese wären. Der Kaiser lachte darüber, wie über einen blauenDunst. Er sagte: die Geschichte wäre schauderhaft, wenn man siefür wahr halten könnte, denn so viel sey gewiß, daß der Hungerbis zur höchsten Wuth angestiegen seyn müsse, ehe man sich ent-schlösse Pferdefleisch zu essen. 2ch gab ihm nun noch einen an-dern Grund an, warum ich nicht glaubte, daß es zu meiner Zeitsolche Pontons gegeben habe; weil es nämlich damals schon inFrage gekommen sey, den Gefangenen einige kleine zwischen Eng-land und 2rland liegende ganz öde 2nseln zu überlassen. Manhätte sie dort ausgesetzt, jede Einschiffung verhindert, sie von allerWelt getrennt, sich selbst überlassen uud dann nur einige leichteSchiffe nöthig gehabt, die zur Bewachung derselben umhergekreuzr iwären. Der einzige Einwurf, welcher gemacht wurde, bestand dar-innen, daß der Feind bei einer Landung nur nach dieser 2nsel zu ,gehen und daselbst Waffen zu vertheilen brauche, um gleich einevollständige Armee zu haben. Vielleicht, fügte ich hinzu, hat ebendiese 2dee auf die Pontons geführt, denn die Behörden schauder-ten allerdings bei der täglich wachsenden Zahl der Gefangenen,wenn sich diese auf dem Lande, mitten unter einem Volke befan-den, das man ohnehin für sehr geneigt hielt, mit den Franzosen ^Brüderschaft zu machen. „Nun wohl, sagte der Kaiser; diese 2n«sein begreife ick, denn die Sicherheit und Selbsterhalrung gehtallem andern vor: aber die Marter mit den Pontons bleibt ein