Druckschrift 
2 (1823)
Entstehung
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Das können Sie nicht seyn, sagte ich ihm, wenn Sie bei Ih«r-Ordre stehen bleiben. Wir verlangen niebtS von Ihnen, Sichaben nichts zu verantworten. Es sollte Ihnen ebenfalls ivün«schcnswerth seyn, wenn man die Gränze nach dem Meere hinfestsetzcn wollte, Sie würden dadurch von einem lästige» und ebennicht ehrenvollen Dienste befreit. Der Zweck könnte dabei auf ebenso sichere Weise, und ich glaube, noch mit größerer Gewißheit

erreicht werden. Denn wenn man jemand bewahren will, so besetztman die Thüre seiner Grube, oder die Eingänge der äußern lim,gebung. Um alle inner» Thüren kann man sich unbekümmert

lassen. Sie verlieren den Kaiser täglich aus den Augen, wenn erin die Schluchten innerhalb, seiner Gränzcn hinuntergchr, und über,zeugen sich von seiner Gegenwart nicht eher, als bis er zurück,kommt. Machen Sie sich also doch ein Verdienst aus dieserBegünstigung, welche die Umstände jetzt fordern, erstrecken Siedieselbe biS auf eine Meile vom Seeufer. Sic können ja Immermit Hülfe von Signalen ihn von Ihren Berghöhen verfolgen."

Allein der Offizier kam Immer wieder darauf zurück, daß ervon dem Kaiser keinen Blick und kein Wort verlange, daß er unteruns seyn wolle, a!S ob er nicht da wäre. Er konnte nicht

begreifen, und begriff auch wohl wirklich nicht, daß schon ihn zu

sehen, dem Kaiser so zuwider seyn könne. Ich sagte ihm, esgäbe einen gewissen Maasstab der Gefühle, und daß solcher nichtfür jeden Menschen passe. Er schien z» glauben, daß wir vonden Empfindungen des Kaisers uns eine unrichtige Vorstellungmachten, und daß, wenn inan ihm seine Gründe auseinander setzte,er sich darein ergeben würde. Er hatte Lust, ihm zu schreiben,ich sagte ihm aber, daß, was die Person hierbei beträfe, er demKaiser gewiß nicht so viel, als ich, sagen könne, und daß ichihm übrigens unsre Unterhaltung Wort für Wort berichten wolle.Bei meiner bald daraus erfolgten Rückkehr bestätigte ich nur das,was ich gleich gesagt hatte, daß nämlich der Kaiser sogleich ausseine Parthie verzichtet habe.

Da mir jedoch daran gelegen war, jedes Mißverständniß zuvermeiden, das diesen sehr verdrüßlichcn Streit hätte vergrößernkönnen, so fragte ich ihn, ob er etwa» dagegen habe, mich seine»Bericht über diesen Vorfall an den Admiral lesen zu lassen. Erantwortete, daß er nichts dagegen haben würde, daß er ihn abernur mündlich abstatten werde. Ich wiederholte ihm daher daSWesentliche unserS langen Gesprächs in zwei Worten: daß ernämlich erklärt habe, dem Kaiser in seiner übrigen Begleitungmit folgen zu wollen, und daß ich ihm hierauf geantwortet hätte,wie der Kaiser in diesem Falle auf seine Parthie verzichte, und