Notizen zum Plan von Longwood.
Dieser Plan ist derselbe, von welchem die Zeitschriften von Zeit zu Zeit ge»sprechen haben, als sei er vom jungen LaS Cafes anfangs für seine Mutterausgearbeitet, und dann in einen aufgefangenen Brief an die Kaiserin MLouise eingcfchlvssen gewesen. Es ist auch derselbe, dessen in dem Briefedes Prinzen Lucians oder der Erzählung von de» Begebenheiten in St.Helena Erwähnung geschieht. Umstände haben veranlaßt, ihn hier ohnealte Veränderungen bcizubehalten.
K. Schlafzimmer des Kaisers. Worinn a) ein kleines eisernes Bett, indem der Kaiser schlief. i>) Sopha des Kaisers, auf dem er die meisteZeit des Tages, nach dem Kamin zu gerichtet, saß. c) Ein kleinesrundes Tischchen, auf dem der Kaiser frühstückte; da mußte mein Da»tcr oft mit ihm speisen, besonders während des Unterrichts im Engli-schen. st) Kommode zwischen beiden Fenstern, o) Großes Wasch-becken; aus der Kirche d-rbcigebracht.
k. Arbeitscabinct, Worin» t) Bibliotkick. x) Ein zweites kleines Bett,dem erster» gleich. Wenn der Kaiser nicht schlafen konnte, ging erimmer von einem Bett ins andere, k) Tisch, an welchem der Kaiserarbeitete, nämlich: i) Plag des Kaisers; 2) der meines Vaters; z) derMeint ge, woran er mir die italienischen Feldzüge diktirte. Jeder vonuns hatte seine besondrc Arbeiten zu bestimmten verschiedenen Stunde».
6. Gang, worin» sich der Kammerdiener aufhielt.
v. Speisesaal. Worin» 1) Platz des Kaisers; 2) der meines Vaters;Z) der Meinige; 4) Mouthoion; Z) Gvurgaud; ü) Fr. v. Montholon.
k. Meines Vaters Schlafkammcr. Worin»; i) Sei» Bett; 2) dasMeine. Die Kammer war so klein, daß höchstens noch zwei Stühledarin stehe» konnten.
?. Unser Arbeitszimmer. Worinn: i) Schrcibpult meines Vaters; 2) Tisch,au dem ich schrieb; Z) Tisch von Ali, dem Kammerdiener des Kaisers,der oft für meinen Vater abschrteb; 4) Kanapee, auf dem mein Batereinen großen Thcil des Tages über lag. Die Zimmer sind so niedrig,daß man mit der über den Kopf ausgestreckten Hand die Decke erreichenkann. Sie sind mit betheertem Papier auStappczirt. Schien die Sonne,so erstickten wir; regnete cs, so schwammen wir im Wasser. Wie viel-mal ist mein Vater mit mir in diesem Zimmer bis tief in die Nacht«mhergegangen, um von dir zu sprechen, meine tbeurc Mutter.
Herr und Madame Bertrand wohnen in einem andern Hause, ohnge-sähr 2 Mellen von Longwood, und kommen blos alle Sonntage zu Tisch.Nach dem Mittagsesscn, das nie über iZ bis 18 Minuten währte, schickteder Kaiser die Bedienten fort, indem er gewöhnlich an ihnen sein engli-sches xo our, xo rc> eupper einübte. Dann fragte er meist, ob wir in dieKomödie oder ins Trauerspiel gehen wollten, schickte mich dann in seineBibliothek, und las laut vor. Stets war cs einer unsrer großen Schau-spicldichter, am öftersten Corneille, Racine, Molierc; dann zog er sichzurück und ging zu Bette. Wen» cs n Uhr oder gar Mitternachtgeworden war, so fühlte er sich glücklich und nannte das eine der Zeitabgewonnene Eroberung.
U. Ein kleiner Tisch, aus dem der Kaiser gewöhnlich eine Parthie Schachspielte, ehe er sich zur Tafel setzte.
j) Badewanne des Kaisers, der sich so oft badete, als kein Wassermangelda war.
Der Großmarschall wohnte 400 Schritt von u»S entfernt.