Druckschrift 
2 (1823)
Entstehung
Seite
122
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ich in der Thal an dieser Angelegenheit den lebhaftesten Anlhkiinahm, verirrte ich mich eines Abendö ziemlich spät in die DorstadtSaint Germaln. 2ck> verfehlte den Weg über die Brücke LudwigXVl. , den ich doch recht gut kannte, und kam auf den Boulevardder Invaliden, ohne zu wissen, wo Ich mich eigentlich befand.Die Posten waren überall verdoppelt und verdreifacht. Ich st»geine Schildwache nach meinem Wege, und hörte deutlich derenKamineraden einige Schritte davon diese fragen, weöhalb er michnicht arrctire, dieser antwortete, daß ich ja nichts Uiblcs lhue.Da ei'te ich über Hals und Kopf nach Hause, schaudernd ob derGefahr, der Ich entgangen. Ich war gegen die Polizei in offenba-rer Widersetzlichkeit; meine Auswanderung, mein Name, meineGewohnhciccn, meine Ansichten stellten mich in die Parthei de»Unzufriedncn. Alle Erkundigungen über mich mußte» zu meinem

Nachtheile ausfallen, ich hätte mich auf niemand berufen können.Man hätte in meinen Taschen, und dies machte mich vollendsbestürzt, fünf Guineen gefunden, ob ich gleich schon seit zweiZähren In Frankreich war. Es waren die letzten, die ich mir mitmeinen Arbeiten verdient hatte, ich trug sie stccS bei mir, ich habesie noch hier. Ihr Anblick gewährte mir eine Art von Glück, sieerinnerten mich an eine peinliche Zeit, die nun vorüber war. DaSkonnte, was mußte aus dem Zusammenfluß so vieler Umständenicht entstehn! Ich hätte gut läugnen oder betheucrn gehabt,niemand hätte mir geglaubt. ck)hne Zweifel hätte ich viel leide»müssen, und doch war ich unschuldig. So geht cs mit der Ge-rechtigkeit der Menschen. Und dennoch setzte ich mich nie mit derPolizei in das gehörige Verhältnis', cs begegnete mir aber auchnie etwas.

AlS ich am Hofe Ew. Majestät vorgestcllk war, sorgten dieEmigranten, da sie sich in gleichem Falle mit mir befanden, dafür,daß die Aufsicht auf sie, welche für 10 Jahre angcordnec war,aufgehoben wurde. Ich nahm mir vor, die meinige ihres natürli-chen Todcö sterben zu lassen. Im Namen Ew. Majestät ward ichzu einem Feste, daß Sie in Fontainebleau gaben, cingcladen, ichfand es spaßhaft, bei dieser Gelegenheit auf die Polizei zu gehen,und um einen Paß zu bitten. Man gab zu, daß er nllr derRegel nach nothwendig sei, aber man versagte ihn mir, um, wienian sich ausdrückte, die Behörde nicht lächerlich zu machen. AlSich später Kammerhcrr Ew. Majestät geworden war, hatte ich einekleine Reise in eignen Geschäften zu machen, und dicsesmal erklär-ten sic mich unter Lachen für immer von allen künftigen Formali-täten frei.

Bei Ew. Majestät Rückkehr 1815 wollte ick einigen Emigran-