Druckschrift 
2 (1823)
Entstehung
Seite
96
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welcher sich vor uns dort befand, eS jedesmal, wenn er es für sichund seine Leute gebrauchen wollte, zuvor abkochcn ließ. Wirren gezwungen ein Gleiches zu rhun. Die Bäume welche »umdaselbst findet und die dem Orte aus der Ferne ein lachendes Ansehengeben, sind nur Gummibäume. Sie haben ein schlechtes erbärm-liches Laub, das keinen Schatten giebt. Ein Theil des Horizont »zeigt in der Ferne daS unermeßliche Meer und außerdem sieht me»nichts als große unfruchtbare Felsenmassen, tiefe Abgründe, zerrisseneThäler und weit hinaus die mit Nebel bedeckte grünliche Bergspitzeder Diana. Mit einem Worte, der Anblick von Longwood kennnur einem Reisenden zur See angenehm seyn, der des langen !Aufenthalts auf dem Schiffe müde ist und deshalb jedes Land rei-zend findet. Wenn er an einem freundlichen Tage dort ankommtund plötzlich alle die bizarren Gegenstände erblickt, worüber manwohl staunen kann, dann wird er wohl gar ausrufen: Ach wieschön! Aber die Bewunderung eines Menschen, der nur einenAugenblick daselbst verweilt, fällt dem armen Gefangenen schwer ^aufs Herr, die verdammt sind, für immer dort zu bleiben.

Seit zwei Monaten hatte man unaufhörlich gearbeitet, Long-wood für uns bewohnbar zu machen. Zedoch das Resultat davonwar sehr unvollkommen geblieben. i

Den Eingang von Longwood bildet ein Bchaltniß, das zn glei-cher Zeit Vorsaal und Speisezimmer sehn soll. Von da kommtman in ein anstoßendes, das zum Salon eingerichtet; hierauf i»ein drittes, diesem quer über, das sehr finster ist und für die Kar-ten und Bücher des Kaisers bestimmt war, nachher aber der Spii-sesaal wurde. Wenn man sich in diesem Zimmer rechts wendet, ,gelangt man zu der Wohnung des Kaisers. Sie besteht aus Miganz kleinen auf einander folgenden Behältnissen von gleicher Gri- ^ße, von denen das eine sein Kabinet und das andre seine Schlaf-stube ist. Ein kleiner äußerer Corridor, hinter diesen beiden, soll ,ihm zum Badezimmer dienen. Der Wohnung des Kaisers gegen-über, auf der andern Seite des Gebäudes, war die Wohnung derFrau von Montholon und des Gemahls derselben, so wie ihre-Sohnes, später aber die Bibliothek des Kaisers. Außerhalb undden unförmlichen Ausgangsthüren war quer über meine Woh-nung, ein kleines viereckiges Bchältniß an der Küche im Erdsioek.Durch eine Fallthüre und mit Hülfe einer Schiffslciter gelangteman zu dem Nachtlager meines Sohnes, einen wahren Bodcn-kämmerchen, das nichts als den Raum für sein Bett enthielt. ^Unsre Fenster und Bettest hatten keine Vorhänge, und der weni-gen Meublen unserer Zimmer hatten sich bei dieser Gelegenheit