Druckschrift 
2 (1823)
Entstehung
Seite
70
Einzelbild herunterladen
 

70

sein» wundervollen Anstrengungen im Auslände, seine ununterbro-chenen Arbeiten im Innern, noch nie hat ein Finch seinem Körperso viel zugemuchet. Was man hierbei als das Stärkste ansührt,ist sein Ritt mir verhängten Zügel von Valladolid bis BurgoS(Fünf und Dreißig Spanische Meilen in Fünf und einer halbenStunde, mithin mehr als Sieben Meilen in Einer Stunde).*)Bei der Gefahr auf Guerillas zu stoßen, war der Kaiser mit ei>nein sehr zahlreichen Gefolge abgereist und in jedem Augenblickeblieben welche zurück; Napoleon kam fast ganz allein an. Maoführt auch den Ritt von Wien nach Simmering (18 bis 20 srsii--ösische Meilen) a», wo er zu Pferd frühstückte und sogleich wie.der zurück kam. Er machte bisweilen Jagden von Acht und Drei-ßig Stunden weit, die kleinsten waren von Fünfzehn. Einst kamein Russischer Offizier in Zwölf biS Dreirehen Tagen als Couriervon Petersburg und traf den Kaiser zu Fontenaibleau in dem Au«gcnblicke, da die Jagd begann. Anstatt ausruhen zu können, wm.de ihm die Ehre der Einladung der Jagd zu folgen. Er woiilecs nicht ausschlagen, fiel im Walde hin und man hatte Mühe ihnwieder zu finden.

Ich habe den Kaiser im Staatsrath Acht bis Neun Stundenhintereinander beschäftigt gesehen, und er hob dann die Sitzungmit so herrlichen Gedanken auf, sein Kopf war so frisch wie zuAnfänge. Ich habe ihn zu St. Helena Zehn bis Zwölf Stundenhintereinander abstracte Dinge lesen sehen, ohne daß er davon imgeringsten ermüdet schien.

Er hat die schrecklichsten Stöße deS Schicksals, die ein Menschnur erfahren kann, ruhig ertragen. Bei seiner Heimkehr vonMoskau oder von Leipzig sagte er, nachdem er dem Staatsrachsc-n Unglück geschildert hatte: „Man hat in Paris ausgespreugk,mein Haar sey weiß geworden! aber Sie sehen, daß nichts dranist (indem er mit der Hand nach der Stirn zeigte) und ich hoffe,noch ganz andres zu überstehen." Aber diese wundersamen Probensind ihm nur, so zu sagen, durch eine Art von Uiberlistung feine-Physischen gelungen. Dies leztere zeigt sich weniger empfindlich,wenn die Lebhaftigkeit seines Geistes am größten ist.

*) Das scheint ganz unglaublich; ich selbst zweifelte alS ich heute daSNiedcrgeschriebene wieder durchlas. Aber ich darf nicht vergessen, daßals einst in Lvngwood bei der Tafel davon die Rede war, manlange Zeit darüber hin und her stritt, und ich doch gewiß am Endenur dasjenige niedcrgcschrteben habe, was man als richtig annahm.Ilibrigens lebe» noch so manche von denen, die ihn damals begleit«tcn. Man könnte also die Sache noch berichtigen.