Druckschrift 
2 (1823)
Entstehung
Seite
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Ich fand ihn sehr niedergeschlagen mid traurig. Kaum hat er ei-nige Worte an mich gerichtet und ich habe nicht den Much gehabtihm etwas zu sagen. Wenn sein Leiden physisch war, so mußtecs mich sehr beunruhigen; und wenn cs moralisch wäre, dannWide cs mich sehr kränken, ihm gegenüber nicht alle die Mittel«Wenden zu können, an denen das Herz, für den, welchen esMt, so reich ist. Nach einer halbe» Stunde schickte er michweder fort.

Freitags, am 24. November.

Der Kaiser war immer noch sehr leidend und weigerte sich -emano^n sehen. Erst ziemlich spat ließ er mich kommen um mit ihmza Mittag zu essen. Es wurde auf einem sehr kleinen Tisch nebensscinem Kanapee, woselbst er sitzen blieb, aufgctragen. Er aß ziem»lieh viel. Er fühle, sagte er, das Bedürfniß einer Erschütterung,die auch nicht mehr lange ausblciben werde; so sehr kennt erstink Constitution. Nach dem Essen nahm der Kaiser die Memoi-ren des Marschail de Villars. Das machte ihm Vctgiuigcn under las mehrere Artikel laut vor. Sie weckten mancherlei Erinner-!U>M und gaben Anlaß zu der Erzählung mehrerer Anekdoten.

Sonnabend, am 25. November.

Der Kaiser war noch nicht wohl; er hatte eine schlechte Nachtschabt. Er lies mich wieder zum Diner an sein Kanapee kom,M>>, das er nicht verläßt. Aber er war doch merklich besser.Bch Tische wollte er lesen. Es lag eine große Menge von Bü>lchcm run sein Sopha her. Die Schnelligkeit seiner EinbildungS-kraft und das Ermüdende des wiederholten Lesens über den nemli-chcn Gegenstand machte, daß er ein Buch nach dem andern ergriffMd wieder wegwarf. Endlich blieb er bei der Iphigenie von Racine.Kr rühmte die Schönheiten dieses Gedichts, nannte und sprachüber die wenigen Fehler die man darinnen findet und schickte michziemlich zeitig wieder fort.

Der Kaiser hat, gegen die allgemeine, sonst von mir selbst be-Wgte Meinung, keine starke Constitution. Seine Glieder sindkräftig, aber seine Fibern sehr weich. Bei einer sehr breiten Brustilt er doch immer heiser. Sein Körper leidet bei dem geringsten äu»kern Anlaß. Der bloße Geruch eines Anstrichs ist hinreichend, ihnlrank zu machen; gewisse Speisen, die mindeste Feuchtigkeit wir-ken nachthcilig auf ihn. Sein Körper ist gar nicht von Eisen, wiel das wohl geglaubt hat, wohl aber sein Geist. Man kennt