erbittert gegen legend Jemand gesehen habe, der sich auch noch s,schlecht in Beziehung auf ihn selbst betragen hatte. Er machtnie großes Aufheben davon, wenn ihm das Verhalten irgend einerEinzelnen besonders angerühmt wird, sondern er betrachtet das Ge-schehene als Pflichterfüllung, aber er ist auch nicht entrüstet gegensolche, die sich etwas zu Schulden gebracht haben. Er hatte es vonihnen zum Theil vorauSgesehcn — sie waren ihrer Natur treu ge-blieben — so sprach er von ihnen ganz kalt und ohne Galle,schob dabei selbst vieles auf die eingetretenen Umstünde, gestand,daß sic allerdings schwierig gewesen wären, und rechnete alle-Uibrige auf die menschliche Schwachheit. „Marinont, sagte er,hatte die Eitelkeit verführt. Sein Leben wird der Nachwelt nicht
fleckenlos erscheinen und zwar mit Recht — aber sein Herz istbesser als sein Nachruhm. Augercau'S Verhalten erklärte eraus seinem Mangel an Verstand und seiner schlechten Umgebung.Bert hier, meinte er, sei ebenfalls ein geistloser, unbedeutenderMensch gewesen u. s. w.
Ich gedachte, daß der letztere sich die schönste und leichtesteGelegenheit, seinen Namen berühmt zu machen, habe entgehenlassen. Er hätte dem König auf gerade und rechtliche Weise seineUnterwürfigkeit erklären, ihn aber zugleich bitten sollen, ihm zu ge-statten, daß er in der Einsamkeit denjenigen beweine, der ihn mitdem Namen seines Waffcngefährtcn beehrt und ihn seinen Freundgenannt hatte. „Ja, sagte der Kaiser, so einfach auch dieses Beneh-men gewesen wäre, so überstieg daS doch feine Kräfte." — Wirhaben uns oft über seine Fähigkeiten und seine Geisteömittel gestrit-ten, sagte ick weiter; Ew- Majestät Wahl, Ihr ihm geschenktesVertrauen, Ihre besondere Gunst hat uns oft sehr verwundert. —„Berchierwar bei alle dem nicht ohne Talente, erwiederrc hieraufder Kaiser, und ich bin weit entfernt, ihn und meine Gesinnungenzu vcrläugnen; aber seine Talente waren, wie seine Verdienste,nur speziell und technisch — sonst war durchaus kein Geist in ihm— und dann so schwach!" — Ich bemerkte, daß er demohner-achtet sehr anspruchsvoll, sehr hochmüchig gegen unö gewesen sei.„Und der Titel eines Günstlingö, rechnen Sie den für nichts?"sagte der Kaiser. — Ich fuhr fort: Er war so hart, so abspre-chend. — „Nichts in der Welt, entgegnete jezt der Kaiser, ist sogebieterisch, als die Schwäche, die sich nur von der Kraft unterstütztfühlen muß, daö sehen Sie an den Weibern."
Der Kaiser hatte bei seinen Feldzügen Berthier mit in seinemWagen. Unterwegs auf den Landstraßen durchlief der Kaiser ge-wöhnlich sein Ordrcsbuch und seine ElatS, saßte Beschlüsse, ent-warf Pläne und ordnete die verschiedenen Bewegungen an. Ber-