Druckschrift 
2 (1823)
Entstehung
Seite
51
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j erobert. Die Jugend, alle edle Herzen konnten bei dem Glanze-i ihres Vaterlandes nicht unempfindlich bleiben. Die Verbindungu mit Marie Luise vollendete diese Erfolge und von nun an gab eS' , keine Unzufriednen mehr, als diejenigen, deren Ehrgeiz ungesättigtMb, und dergleichen Wesen finden sich in allen Klassen, oderetwa einige hartköpfige Greise, oder hier und da ein ihren ehema-'' ligen Einfluß beweinendes altes Weib. Alle vernünftige und be-sonnene Leute beugten sich unter das Genie des Staatsoberhauptes- und suchten sich über den erlittenen Verlust mit der Hoffnung zu^ tristen, daß vielleicht ihren Kindern ein schöneres Loos zu Theilwerden könne. Nach diesem Ziel wendete sich vornämlich ihre Ein-i biidung. Sie waren dem Kaiser sehr dankbar für die Vorliebe,? die er für die altern Geschlechtsnamen zeigte. Jeder Andre —

' das gaben sie zu — hätte damit begonnen, sie zu vernichten.Sie legten einen großen Werth auf das Vertrauen, womit der Kai-ser sich mit ihnen umgab und rechneten es ihm sehr hoch an, baßer, indem er ihre Kinder zum Dienst bei der Armee forderte, ge«

^ sagt hatte: „Diese Namen sind Frankreichs Eigenthum, sie gehö-ren der Geschichte an. 2ch bin der Beschützer ihres Ruhms undwerde ihn nimmer untcrgehn lassen." Jene Worte und andreähnliche Aeußerungcn hatten ihm eine große Anzahl von Prosely-' ten zugeführt.

Der Kaiser sagte jczt, daß doch dieser Parthei vielleicht nicht genuggeschmeichelt worden wäre. „ Mein System der Verschmelzung for-derte es und ich habe es gewollt, sogar befohlen. Allein die Mi-nister und andre große Mittelspersonen haben hierbei niemals meinev Absichten ganz erfüllt; sei es nun, daß sie zu kurzsichtig waren,oder daß sie Nebenbuhler für die ihnen zu Theil werdende Gunsti und dadurch eine Verminderung ihres Vortheils fürchteten. Vor-! nämlich hat der Herr von Talleyrand mir hierbei immer wider-strebt und nie aufgchört, mein Wohlwollen für den vormaligen^ Adel zu bekämpfen." Ich bemerkte ihm, daß die große Zahl de»

! rer, die er an sich gezogen habe, sich bald ihm sehr ergeben gezeigt,i daß sie ihm rechtschaffen gedient hätten und im Allgemeinen ini dem Momente der Krise ihm treu geblieben waren. Der Kaiser»ar damit einverstanden und äußerte sogar, da der König zurückge-kommcn wäre und er dem Throne entsagt gehabt hätte, so habedieses zweifache Ereigniß allerdings auf gewisse Meinungen undi Grundsätze sehr cinwirkcn müssen, wie er denn auch das Benehmen! im 2ahr 1814 ganz anders, als das im 2ahre 1815 bewiesenef bemheile.

j Hier fühle ich mich zu der Bemerkung gedrungen, daß ich, so' lange ich den Kaiser kenne, ihn nie einen Augenblick erzürnt oder