rolle dabei spielen. Umstände, welche für die Dynastie Napoleonshöchst unglücklich waren, verhinderten die Benutzung dieses Augen-blicks der Ungewißheit. Alles scheint übrigens zu beweisen, daßdaS damals obsiegende Resultat ganz gegen -Oesterreichs Absichten 'war, daß dieses dabei wahrscheinlich betrogen, verrathen, oder we-nigstens mit Scurm genommen ward.
2n den militärischen Bewegungen lag der Unfall, daß die At-liirkcn in Paris ohne Coneurrcnz des österreichischen CabinetS cin-rückten. Die berühmte Erklärung Alexanders gegen Napoleon Bo-napartc und dessen Familie ward ohne Vcirath -Oesterreichs ge-macht, und der Graf Artois schlich sich nur wider Willen dcö Oc-sterreichischcn Hauptquartiers, das ihm sogar Pässe verweigerte, inFrankreich ein.
Es scheint, als habe -Oesterreich nach Napoleons Rückkehr vonMoskau sich in London redlich für den Frieden mit diesem ver-wendet; aber das russische Cabinct war dort allmächtig und wollteauf nichts hören. 2c;t trat der Waffenstillstand von Dresden ein,und Oesterreich ergriff die Parthc! des Kriegs.
5n dieser Zwischenzeit ward der österreichische Unterhändler inLondon nie gehört. Doch blieb er noch lange Zeit dort, und ver-ließ cs nicht eher, als bis die Ailiirtcn ins Herz Frankreichs ein-gedrungen waren, und Lord Castlcreagh einen Augenblick ahnenließ, daß Napoleons errungene Vorchcile Unterhandlungen unum-gänglich nothwendig machen dürften.
Wenn dieser Unterhändler nicht deshalb nach London gesendetworden wäre, so hätte man ihn nach Paris geschickt, und vielleichthatte er dann dort dahin einwirken können, eine ganz andere Wen-,düng hcrbcizuführcn, als die welche während seiner Abwesenheitzwischen den Tuilcricn und Wien eintrat.
Bei der Hauptcrisis ward er gleichsam mit Gewalt in Englandzurnckgehaltcn.
Ungeduldig den Mittelpunkt der wichtigsten Unterhandlungenwieder zu erreichen, verließ er seinen Posten und kam trotz einesheftigen Srurms nach Holland. Kaum war er a ' der Geschäfts-bühne aber angelangt, alS er zu Saint-Dizier in .stapolcons Hän-de siel. Frankreichs Schicksal war jedoch dam-us schon entschie-den, wenn inan es auch im französischen Haupt giartierc noch nichtwußte. Alexander rückte in Paris ein.
Vergebens hatte der österrcichsche Unterhändler in London alleMühe angcwcndet, sich einen Paß zu verschaffen, um über Calaisund Paris wieder zu feinem Herrn zu gelangen. Diese zufälligeoder absichtliche Verdrießlichkeit war ein Unglück mehr. Außerdemwäre er vor den Missten in Paris cingetroffcn, hätte Marien Lui-