Druckschrift 
1 (1823)
Entstehung
Seite
132
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WM' zugleich der Wille der ganzen Armee. Alle sein Strebe» gingnun dahin sich daselbst zu halten; er entfernte daher jene Rach-geber auö seiner Nahe, welche seine früheren Absichten in ihm er-regt halten nnd umgab sich mic Personen von der entgegengesetztenMeinung; so daß Egypten, wäre er nur am Leben geblieben, niein Gefahr gekommen scyn würde. ' Nur sein Tod führte den Ver-lust herbei; denn nun theilte sich die Armee zwischen Menon undRegister und cS entstand ein weites Feld für die 2ntrigue. DerFranzosen Kraft und Muth waren sich immer gleich, aber die An-wendung und Leitung derselben, welche dem General oblag, glichsich nun nicht mehr.

Menou war ganz unfähig. Er wurde von den Engländern mit20000 Mann angegriffen; die physische wie die moralische Kraftseiner Truppen war ungleich größer, alS die feindliche; aber erbeeilte sich, in Folge einer ganz unbegreiflichen Verblendung, siezu vereinzeln, so, daß jene in Masse sich zeigten, diese aber sienur in kleinen Trupps beunruhigten. Hierbei sagte der Kaiser:„Wie blind doch das Glück ist! Mic Maaöregeln von entgegenge-setzter Art, waren die Engländer ohne allen Zweifel gänzlich aus-gerieben worden, und welche Folgen hätte ihre Niederlage wohlherbciführen müssen! —"

Uibrigens wurde ihre Ausschiffung, wie der Großmarschall sag-te, auch in der That ganz wunderbarer Weise vollzogen. In we-niger als fünf Minuten standen 5500 Mann in völliger Schlacht-ordnung. Die Bewegung war so schnell, wie bei der Aufführungeiner Oper und wurde dreimal wiederholt. Nur 1200 Mann wi-versetzten sich dieser Landung und verursachten dennoch großenSchaden. Bald darauf wurde diese Masse von 13 biö 14000Mann, durch den General Lanusse muthig angegriffen. Letztererhatte nur 3000 Mann und dennoch den Ehrgcitz, ohne Hülfe zuerwarten mic den Engländern allein fertig werden zu wollen, waser für möglich hielt. Er rannte alles nieder, das Blutbad warschrecklich und — er unterlag. Hätte er nur 2 bis 3000 Man»mehr gehabt, so wäre sein Vorhaben ausgeführt worden.

Die Engländer staunten nicht wenig, als sie unsre Lage inEgypten mit eigenen Augen sahen und schätzten sich sehr glücklich,daß die Angelegenheiten diese Wendung genommen hatten.

Der General Hutchinson, der den Ruhm dieser Eroberung ei»-ärndrece, sagte späterhin in Europa, daß wenn er die wahre Lageder Dinge gekannt hätte, er gewißlich nie die Landung gewagt ha-ben würde; aber man glaubte in England, daß nicht mehr 6000Franzosen in Egypten wären. Aufgefangene Briefe und Verbindun-gen im Lande selbst hatten diesen Irthum verbreitet. „Es liegt