Druckschrift 
1 (1823)
Entstehung
Seite
125
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Die französische Armee mußce auf ihrem Marsche nach Asiendurch die Wüste, welche es von Afrika trennt. Kleber comman-dirte den Vortrab und verirrte sich. Napoleon, der ihm in derEntfernung einer halben Tagereise folgte, fticsi bei cinSrechendcr

Nacht mit einer schwachen Bedeckung auf das feindliche Lager.Er wurde lebhaft verfolgt und entkam nur dadurch, daß, weil cSNacht wurde, die Türken glaubten, man wolle sie in einen Hin-terhalt locken. Aber was war aus dem ganzen Corps von Klebergeworden? Der größte Theil der Nacht verging in schrecklicher^ Angst. Endlich erhielt man einige Kunde durch Araber in derWüste und nun eilte der Dbergcneral auf seinem Dromedar, seineSoldaten aufzusuchen. Er fand sie in der größten Verzwcisiung,

^ fast todt vor Durst und Ermüdung. Mehrere der jungem Solda-i ten hatten schon ihre Gewehre zerbrochen, aber der Anblick des

' Generals und die mit ihm zurückkchrende Hosnung gab ihnen das

Leben wieder. Napoleon kündete ihnen Lebensrnittel und Wasseran und beides traf bald nach ihm ein. „Aber, sagte er ihnen,

wenn cs auch längere Zeit ausgeblieben wäre, durfte das ein

Grund scyn, zu murren und muthloS zu seyn. Nein, Soldaten,lernt mit Ehren zu sterben!"

> Napoleon reiste in der Wüste größtcnthcilS auf einem Drome-: dar. Die physische Dauer dieses Lhicres ist die Ursache, daß man

i sich gar nicht uni seine Bedürfnisse kümmert. Kaum daß es frißtund sauft, aber seine moralische Empfindlichkeit ist außerordentlich.Er dultct keine üble Behandlung und wird dabei ganz wüthend.

! Der Kaiser sagte, daß der harte Trott desselben Neigung zumBrechen verursache, wie das Schwanken eines Schiffes. Es machtan einem Tage 20 Stunden. Der Kaiser errichtete Regimenterdavon und der militairische Gebrauch dieser Thicre brachte dieAraber in Verzweiflung. Der Reiter setzt sich auf den Rücken dcöDromedars und lenkt cs an einem durch die Nasenlöcher gezoge-nen Ringe. Es ist sehr gehorsam und auf einem gewissen LautdeS Reiters kniet es nieder, um ihm das Absteigen zu erleichtern.Das Dromedar trägt sehr große Lasten, welche auf der Reise nieabgcpackt werden. Wenn cs Abends ins Nachtquartier kommt,

stellt man Stützen unter seine Last, das Thier kauert nieder,schlummert und steht am Morgen wieder auf, daS Gepäck ist inOrdnung und die Reise geht weiter. Das Dromedar ist ein blo-ßes Saumthicr, nur zum Tragen, nie zum Ziehen zu gebrauchen.

tcrhin besaß sie Iosephinc. Was nun damit geworden ist, weiß De-nen nicht anzugebe». (Gelieferte Beiträge von Denenfeit meiner Rückkehr nach Frankreich.)