Druckschrift 
1 (1823)
Entstehung
Seite
11
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Montag, am 26. Juni.

Meine Gattin hat mich besucht. Sie vermuthete meine Ab-sicht. Es ward mir schwer sie ihr zu gestehen, schwer sie zuüberzeugen. Theure Freundin, sagte ich zu ihr: indem ich michder Pflicht hingebe, die mein ganzes Herz erfüllt, habe ich zugleichden Trost, nicht gegen Deinen Vortheil zu verstoßen. Beherrschtuns künftig Napoleon so lasse ich Dir große Ansprüche aufihn zurück, hat es der Himmel anders beschlossen, so erhalte ichDir ein rühmliches Asyl, einen Namen, den man nicht ohne Ach-tung neunen wird. 2n beiden Fällen finden wir unö wieder, seies auch erst in einer bessern Welt.

Nach Thronen, selbst nach Vorwürfen, die mich jedoch nur er-freuen konnten, ergab sie sich darein, doch mußte ich ihr verspre-chen, daß sie bald zu mir kommen dürfe. Von diesem Augenblickean zeigte sie nur die Geisteserhcbung, den Mulh, dessen ich selbstbedurft hätte, wenn er nicht schon mein Herz beseelte.

Dienstag, am 27. Juni.

Mit dem Secminister, der nach Malmaison gekommen war,um über die für den Kaiser bestimmten Fregatten zu berichten,ging ich auf ein paar Stunden nach Paris. Er lies mich die In-struktionen lesen, die er den Capicainen sandte, sagte mir, daß derKaiser auf mich zähle, daß er mich mitnehme und versprach mirin der bevorstehenden Crisis für meine Frau Sorge zu tragen.

Die Legislatur hat Napoleon il. proklamirt.

Ich lasse meinen Sohn aus dem Lycäum holen, weil ich ihnmit mir nehmen will. Dir packen wenig Wäsche und Kleidungs-stücke ein und kehren nach Malmaison zurück. Meine Frau beglei-tet uns, geht aber noch an demselben Abende wieder nach Paris.Der Weg dahin fing bereits an unruhig und schwierig zu werden,denn der Feind nahte.

Mittwoch, am 28. 2uni.

2ch wünschte meine Frau noch einige Augenblicke zu sehen.Die Herzogin von Rovigo fuhr mit mir und meinem Sohne nachParis. Ich fand de Dertillac und de Duitry bei mir, die letztenFreunde, die ich an mein Herz drückte. Sie waren voll Bestür-zung. Unruhe, Ungcwisheit stiegen in Paris aufs höchste. DieFeinde standen vor den Thoren. Als wir wieder nach Malmaisonkamen, sahen wir die Brücke von CHLtou brennen. Man stellteWachen um das Hauö. Die Klugheit gebot Schutz zu suchen.Ich ging zu dem Kaiser, ich schilderte ihm, wie ich die Hauptstadt