Druckschrift 
12 (1824)
Entstehung
Seite
116
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ii!»

i» welchem er mit keinem Menschen Gcmeinschafft haben durfte.

Es schien als ob man die größte Wichtigkeit auf seine vollständige !Einspcrrung legte, denn als die Kaiserin Marie Louise durchdiese Stadt reis'te und -r bis 36 Stunden daselbst verweilte,wurde der arme Sautini während dieser ganzen Zeit, noch be- j

sonders in seinem Zimmer durch einen Polizei-Agenten bewacht, k

der ihn nicht einen Augenblick, selbst bei dem Essen und beidem Schlafen nicht, aus den Augen ließ, was im Vor-beigehen gesagt zu einem Beweise dient, mit welcher außer-ordentlichen Sorgfalt man jede Verbindung oder Mitthciinng I

zwischen Napoleon und Marie Louise zu verhindern suchte. j

Indem er sich mm von seinem Lhurme aus beschwerte und be-klagte, kam endlich von Wien der Befehl, ihn dorthin zu bringen.

Der Kreißhauptmann sollte sich selbst mit ihm in einen Wagen !setzen, mit Courier-Pferden reisen, und ihn so zn seiner neuen iBestimmung begleiten- !

Sautini wurde dort, gegen alle seine Erwartung vom neuen !

cingesperrt, machte aber großen Lärm und ließ nicht ab, eine !

gerichtliche Entscheidung seines Schicksals zu fodern, um, wie ersagte, entweder, wenn eS so seyn müßte, erschossen zu wer- !

den, oder, dafcrn man ihm nichts vorwerfen könne, seine völ-lige Freiheit zu erlangen. Man sagte ihm am Ende, daß ihm lallerdings nichts vorzuwcrfen sei, die Wiedererlangung seinervölligen Freiheit jedoch großen Schwierigkeiten unterliege. Mankönne ihn nicht in jedes Land gehen laff-.n; er habe nur dieWahl zwischen England und Oesterreich. Sautini antwortete,daß er nicht den Boden des Landes wieder betreten möchte, wo !

die Henker seines Herrn regierten. Man brachte ihn hierauf nach i

Brünn, der Hauptstadt in Mähren, wo er eidlich angelobenmußte, sich aller Correspondcnz mit dem Auslande zu enthalten.Allerdings wurde er auch dort unter eine besondere Aufsicht ge-stellt, aber demohuerachtet endeten daselbst, wie er sagte, alleseine Verfolgungen und Sorgen und es begann für ihn ein bes-seres Vcrhältniß. Seine Gefangenschaft wurde eine Art vonWohlthat für ihn und er fühlte sich zu wahrhafter Erkenntlichkeit !verpflichtet. Jedermann sorgte, jedermann interessirte sich für ihn. ^Das Wohlwollen äußerte sich eben so allgemein und thätig in denersten Classen der Gcsellschafft, als in den untern. Die Be-wohner des Orts hatten Napoleon zweimal, uud zwar nur als !Feind gesehen, aber, dennoch hegten sie die tiefste Verehrung für