Druckschrift 
12 (1824)
Entstehung
Seite
115
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durch ein Manuseript des Doctor Antomarchi, den» Vek-saßer des prachtvollen Werkes der anatomischen Tafeln über denmenschlichen Körper zu erhalten Das Tagebuch dieses Ge-lehrte» über die zwei letzten Lebensjahre seines berühmten Kran-ken wird sonach den Abschluß des Ganzen ausmache», was dieGefangenschaft in Longwood betrifft, zugleich aber in scientifi-scher Rücksicht durch Angabe aller einzelnen Umstande über dieKrankheit und das Leiden des großen Märtyrers, von dem größ-ten Wcrthe sep».

Endlich habe ich Mir noch vorznwerfen, daß ich die Gele-genheit versäumt habe, über Santinis fernere Schicksale Nc-schcnschaft zu geben. Man will ja am Schluß eines Drama, zuwelcher Gattung cs auch gehöre» möge, gern wissen, was ausjedem Einzelnen geworden ist, der zu Anfänge darin verkam;und in dem gegenwärtigen Falle vereinigen sich so manche Ingein Hinsicht auf die Sitten und Eigenheiten der Zeit und derAngelegenheiten, welche mich veranlassen, mein Vergessen wiedergut zu machen, da es noch «»geht.

Wir hatten Santini lange verloren gegeben, glaubten, ersei eingesperrt, oder gar todt, als er auf einmal, bald nachNapoleons Tode, mitten unter uns erschien. Hier ist, was ermir selbst erzählt hat vhugefähr mit seinen eignen Worten:

Nachdem er nämlich sich aus England fortgcmacht hatte,ging er mit der Klugheit und Gewandhcit eines verschlagnen sjta-liäners durch Belgien, er glaubte schon die größten Schwie-rigkeiten glücklich besiegt zu haben und, als er in München an-kam, s» gut wie im Hafen zu seyn. Aber eben hier wurde erfestgenommen und trotz aller seiner Bitten bei den dortigen Be-hörden und mehreren Gesandten, daß man ihm doch freienDurchzug gestatten möchte, durch Gendarmes nach dem Wür-tembergischen fortgeschafft, wo man ihn zwar streng beobachte-te, aber doch frei durchgehen ließ. Bei seiner Ankunft in derLombardey, zu Como, meldete er sich selbst bei der Polizei,wo er bereits erwartet, alsbald arretirt und nach Mayland ab-geführt wurde. .Hier ließ man ihm sogleich merken, daß er nichtauf völlig freiem Fuße im Lande leben könne, ohne daß solchessehr nachtheilige Felgen hcrbeiführcn müßte und brachte ihn da-her nach Mantua, wo er weniger gebunden seyn wurde. Alleindieses Bessere, waö mün ihm versprach, war ein Gefängniß,