Aufenthalt in Tcutschland.
Von der Ankunft in Frankfurth an bis zu demAufenthalte in Offenbach.
Zeitraum von iü Monaten.
^ach einer vierzehntägigcn Verfolgung, wovon es in civilisi»ten ändern im Frledcnszustande gewiß wenige Beispiele gicbt,kam endlich die Bande der Gefangenen in Frankfurth an. Ichwurde von einem Preußischen Offizier dahin gebracht, der, wie ersich höflicher Weise auSdrnckte. weniger mich zu bewachen, alsmir eine gute Behandlung zu sichern beauftragt war. Ich durstejedoch mit niemand frei verkehren und es war ihm anbcfohlenmich nicht eher zu verlassen, als bis ein authentiiwer find defi-nitiver Entschluß über mich gefaßt seyn würde.
So wie ich nun den Fuß nach Frankfnrth gesetzt hatte, beeilteich mich auch schon unserm Gesandten daselbst, eben so wie ichbcy dem in den Niederlanden gethan hatte, den folgenden Briefzuzusenden.
„Mein Herr Graf! — Bei meiner Ankunft in dieser Stadtgebe ich mir die Ehre Ihren öffentlichen Character wider die stren-gen Maasrcgeln in Anspruch zu nehmen, die man seit langerZeit gegen meine Person in Ausübung gebracht hat.
„Ich bin verhaftet; man schleppt mich wider meinen Willen,unter Escorte und mit allen Zeichen der Gefangenschaft, von ei-nem Orte zum andern. Es wird mir dabei ganz fein und kluggesagt, daß, weil ich so angekvmmen sei, man mich auch wiederso weiter schaffe. Niemand weiß jedoch etwas von irgend einembesondcrn Grunde oder einem bestimmten Befehle. Als ich durchdie Niederlande kam, wendete ich mich deshalb an den französi-schen Gesandten zu Haag, aber meine Reise wurde in dem Gradebeschleunigt, daß ich unmöglich eine Antwort erhalten konnte.Ich bin daher so frei Ihnen eine Abschrift jenes Briefes zu schicken,damit Ew. Ercellenz hierdurch mit allen Umständen meiner Ange«lcgenhcit genauer bekannt werden.
„Heute, Herr Graf! ist der Einhundert und Drepßkgste Tag,wo ich mich auf der Reise befinde. Ich bin höchst angegriffen, er-
L. Caseö Tagch. rrS. Vdchii.
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