ibn. Santini verlebte dort drei Jahre, die er zu seinen glückli-chem rechnet.
Es war Volieren OrtS empfohlen worden, man möchte ja,besonders zu Brunn, darüber wachen, daß Santini kein Schrei-ben an den Kaiser Franz erlassen könne. Als dieser Monarch nunzu dem Congrcß von Troppau rcis'te, verweilte er in Brünn.Doch schon zwei Tage früher, erzählt Santini, kam ein Poli-zei-Offiziant von Wien, um Aufsicht zu führen, daß nichts vonihm an den Kaiser kommen könne. Man bewachte mithin das Herzdes Kaisers Franz eben so, wie das Herz der Kaiserin MarieLouise; man fürchtete sie mithin beide!!! — Allein alle dieseVorsicht war umsonst. Santini hatte die höchste» Personen fürsich zu gewinnen gewußt. Seine Maasregeln waren langst ge-nommen. Eine Bittschrift von ihm, worin er von der Behand-lung sprach, die er erdulden müsse, kam zu ^en Händen desKaisers. Er beschwerte sich über Mangel an Geld, die Be-schränkung seiner Freiheit und fügte Zeugnisse bei, die er vonSt. Helena mitgcbracht hatte, besonders eine Urkunde in Betreffeiner Pensiou, welche ihm von Napoleon zugesichcrt war- Ucbcrdies letztere Documcnt schien sich der Kaiser Franz sehr zu ver-wundern; er hörte nicht auf über die Fassung desselben zu sprechen.Es war von dem Groß-Marschall unterzeichnet und oben standendie Worte: Ans des Kaisers ausdrücklichen Befehl.Uibrigens war darin gesagt, daß Santini eine Pension von derund der Summe ausgesetzt sei und die ersten besten Verwandtenoder Freunde des Kaisers, denen er das Documcnt vorzeigcnwinde, dieselbe zu bezahlen hätten. „Aber das ist doch schreck-lich, sagte der Kaiser Franz, indem er die Schrift betrachtete.Er ist ans St. Helena gefangen, und doch gicbt er nach wie vorBefehle, als wenn gar nichts vorgefallen wäre." Inzwischen warseine Geneigtheit zum Wohlthnn stärker noch als jene Verwunderungund es sei nun, daß er nur sein Herz bei der Sache fragte, oderwaS sonst, kurz, er ließ Santini eine Summe Geld anszahlen.Es ist übrigens sonderbar genug und ein Umstand, den ich nichtohne Rührung erkannt habe — daß die zwei ersten Auszahlungenans die Pensions-Anweisung von Santini, im Namen von Per-sonen erfolgten, die nicht eigentliche Bluts-Verwandte von ihmwaren — nämlich von der Prinzessin Stephanie von Baden unddem Kaiser von Oesterreich, seiner adoptrrteu Tochter und seinemSchwiegervater!!-
Seitdem ich mein Werk begonnen habe, sind ss mancherlei