Druckschrift 
12 (1824)
Entstehung
Seite
108
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ricm Zustande, der sich noch nicht bessern wollte, mich zu ei- !

nein festen Aufenthalte bestimmen und gleichwohl könnte ich rin- !

möglich, die äußerste Güte, die unverkennbare Zuneigung, dassympathetische Gefühl nach Verdienst schildern, das die ganze -Bevölkerung dieser, unter der kaiserlichen Regierung so begluckcen,so reichen und blühenden Gegenden, diese dafür so dankbar ge-bliebenen Menschen mir bezeugten. Wie oft geschah es nicht, daß zLandleute oder Künstler, die ich auf meinen emminen Spazier-wegen traf, sich nach mir umwcndeten und mir zuruften: Redli-che Freunde und die Treue soll leben! Ach! wiesüß waren mir diese Worte! wie sehr rührten sie mein Herz!

Wie oft kamen wir nicht in den Fall, daß wir unser Bcdürf-uiß von Zugcmüßen oder ähnlichen Dingen bei den ärmsten Leu-ten, unter dem Namen irgend eines Nachbars, holen lassenmußten, weil wir sie sonst nur geschenkt bekommen konnten.Welche Menge von Zügen dieser, und noch so mancher anbern,

Art, könnte ich hier anführcn. Aber ich kürze so viel als mög-lich ab, ich gehe so schnell weiter als ich nur kann , da cs michohnehin in Verlegenheit setzt, mich allein auf der Scene zubefinden; und gleichwohl will ich keine Lücke lassen, da ichglaube, daß ich Loch eine Art von Rechenschaft «bzniegcn habe.

Ich brachte nun den zweiten Winter in Antwerpen nur mei-nen braven, herzlich lieben Freunden zu, die ich bei meinerFliessingcr Erpedition, vor zehn Jahren schon, mir erworbenhatte und im Frühjahre ging ich nach Malines, blos weil ich nichtlange au einem Orte bleiben konnte. Es war mir Bedürfniß zuwechseln, wie dem Kranken, der sich in seinem Bette umhcrwirftund umsonst die Erquickung des Schlafes sucht- Zweimal wollteFrau von Las Cafes mich, während uusers zweijährigen Aufent-halts in Belgien, nach dem Süden fortschaffen und beidemaletraten in dem Augenblicke, wo ihr Plan verwirklicht werden soll-te, .Hindernisse ein, die uns gewaltsam zurückhieltcn- Jedocheben diese Abhaltungen wurden ein wahres Glück für uns- Dascrstcrcmal wären wir sonst, in der Entfernung einer Tagereisevon der Grenze in eine höchst traurige und blutige Secuc gc-rathen und das zweitem«! eben in dem Augenblicke, als der pie-montesische constitutionelle Aufruhr ausbrach, in Nizza angekom-men. Es unterliegt keinem Zweifel, erscheint vielmehr als ganznatürlich, daß wir in beiden Fällen, wenigstens für den Augen-blick, Unannehmlichkeiten gehabt haben würden.

Inzwischen begann der Cougreß zu Laybach und ich fühltemich gedrungen, nochmals einen Versuch mit Bitten zu machen.