Druckschrift 
12 (1824)
Entstehung
Seite
107
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Dort durste sie nicht blos bleiben, sondern war sogar mit ganz be-sondrer Achtung ausgenommen worden und da in einer dortigenZeitung gestanden hatte, daß sie gcnöthigt sei, ihre Reise sort-znsetzen, so wurde in einem halboffiziellen Artikel dieser Neuigkeitwidersprochen und zwar mit dem Ansätze: daß die Niederlande dieHeimath der Gastfreundschaft wären. Mehr bedurfteich nicht. Belgien war mir fast fo viel als Frankreich und unterden Belgiern befand ich mich wie unter meinen Mitbürger».Ich schrieb also an Frau von Las Cafes, wie glücklich wir wärenund daß sic uns recht bald nochkommen möchte. Indem ich nunBrüssel ans eben den Gründen, wie ehemals Frankfurt, floh,wählce ich Leyden, mit der dankbaren Erinnerung an die freund-liche Ausnahme, welche ich ,8 Monate früher, bei meinem un-seligen Durchzugc, daselbst gefunden hatte, zu meinem Aufent-halte, gualte mich aber immer mit der Furcht, irgend ei-ne neue traurige Erfahrung zu machen; allein ich hatte Un-recht, denn ich muß es der Wahrheit gemäß und mit in-nigem Danke bekennen, daß ich seitdem das Land nach allenRichtungen zwei und ein halbes Jahr lang durchkreuzt habe, ohnedaß mich jemand gefragt, oder sich sonst um mich bekümmert,oder auch nur Nachricht von meiner Ankunft gegeben Härte, so daßdieses Land, wo es mir vorher so übel ging, nun wirklich die.Heimath der Gastfreundschaft für mich wurde und ich von demDascyn der Behörden nur durch die Ruhe, durch de» Frieden,den ich unter ihrem Schutze genoß, überzeugt wurde. Der frem-de, übelwollende Einfluß hatte nun aufgchört.

In dieser Zeit bat mein Sohn abermals, auf eignen An-trieb , um die Erlaubniß, nach Longwvod zurückkchrcn zu dürfen.Die abschlägliche Antwort des Lord Bathurst ist in meinen Hän-de». Späterhin hatte die Prinzessin Paniine die Genehmigunghierzu erlangt und schrieb an mich, um zu fragen, ob wohl meinSohn sie begleiten wolle? aber es war leider! schon zuspät!

Nicht die Liebe und Sorgfalt meiner Freunde ln Leyden, woick den -Winter über blieb, nicht die ländliche Lage von Chaude-Fonraine, wo ich den Frühling znbrachte, nicht die großmülhige-Aufnahme des braven und würdigen Besitzers des reizenden Just-lanville, der mich nöthigte für die Sommermonate eine Woh-nung in Sohan, vor den Thoren von Spaa und von Verviersanznnchnic», nicht das Wohlwollen seiner zahlreichen, wohlthä-tigen, im ganze» Lande geachteten Familie, konnten bei meü