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Ich hatte eine Brochüre mit Bemerkungen, die von dem Fel-sen herrühren und von dem derühmtcn Opfer selbst dictirt sind —ferner eine umständliche Erzählung alles dessen, was seit unsrerAbreise von Paris bis zu dem Augenblicke, wo ich von der ver-hängnißvollcn Insel fortgeschlcpptwurde, geschehen ist, verfaßt. Bei-des wird Ihnen in Aachen zukommen. Hier sind nun noch die letz-ter» Nachrichten, welche ich erhalten habe. Sie werden Ihnenbeweisen, daß die schlechte Behandlung, daß die Beleidigungen,daß alle die Barbarei anstatt aufzuhbren, sich noch vermehrt. Siewerden selbst gerührt scyn und einen jeden wieder rühren, mitdem es Ihnen vergönnt seyn wird, davon zu sprechen. Wer in allerWelt könnte auch bei dergleichen Dingen, bei einem Schauspieledieser Art unempfindlich bleiben! Ich habe nun noch zu erwähne»,daß der Unglückliche an einer Lcberkrankheit leidet und daß diesesUibel unter dein Clima des Ortes seiner Verdamumiß einenschnellen Tod herbciführt- Es ist Ihrer würdig, die Lugenden zuwecken, die Sie geschaffen haben; dieses von Ihnen so schon ge-schmückte Herz kann sich Ihnen nickt verschließen. Sic habendarin die Begriffe von dem, was schön, gerecht und groß ist zutief eingcgraben, als daß diese ruhmwürdigen Eigenschaften snicht bei einer so verdienstliche», so höchst rühmlichen GelegenheitAnwendung finden sollten- Ja! welche Gelegenheit kann wohlwürdiger, kann edler, kann größer scpn als diese? Wie auchGeist und Herz dessen gestimmt seyn möge, an den diese Bitteergeht; sein Nachgcbcn, seine Huld bleibt gleich ehrenvoll. Denkter zurück an die ehemalige Freundschaft, liebt er ihn noch, so kannihm ja nichts süßer — nie wird ein Schauspiel moralischer in denAugen der Völker seyn — und wenn er ihn hingegen hassen soll-te, so wäre ja nichts größer, nichts hochherziger.
Nur diese königliche Handlung scheint noch zu fehlen, um denKranz der Unsterblichkeit auf seinem Haupte zu vollenden. Die Ge-schichte erwartet, sie sodert nur noch diesen Schmuck für sein schö-nes Leben. Aber mir kömmt es nicht ZN dies zu sagen! — Wiesollte ich etwas Herrliches ersinnen, woran Sie nicht schon gedachthätten und er, dessen Charactcr so wahrhaft und mir so großem !Recht in den Annalen unsrer öffentlichen und Privatverhällniffcglänzt.
Ich habe es bereits gewagt direct zu schreiben. Wird aberwohl mein Brief den Erhabenen erreicht haben, an den er gerich-tet war? Ich schicke Ihnen hiermit eine Abschrift desselben, umin dem Falle, wenn cs nicht geschehen seyn sollte, den Mangel zuersetzen. Sie werden darin die Beschaffenheit meiner Sorgen, meiner