Sobald ich die mir von dem Grafen Bertrand übersendetenUrkunden erhielt, beeilte ich mich jedem der hohen Alliirten znAachen eine Abschrift davon zuznscndcn. Ich nahm davon Gele-genheit meine Bitten zu wiederholen und flehete dringend, demberühmten Opfer Hülfe angcdcihen zn lassen. „Nur noch wenigeLage, sagte ich, und es ist zu spat. Der Arzt, den man ihmeben entrissen habe, (ein Engländer) habe zu London öffentlich er-klärt, daß ein längerer Aufenthalt auf jenem ungesunden Felsenihn tödten müsse." Ich wagte dabei vorzustellcn, daß ihre Huma-nität, die huldvolle Gesinnung ihrer Herzen vielleicht durch for-melle Ablängnnngen zurückgehalten seyn möchte, daß aber die Gc-geuparthei wohl hierbei noch nicht gehört worden wäre und batdeshalb mir den Antritt zu ihnen zu gestatten. Ich flehete drin-gend um die einzige Gnade, mich für diese heilige Sache gcstcllenzu dürfen; gern wolle ich, wenn ich die Wahrheit der ihnen be-reits zu Füßen gelegten Docnmente nicht zu beweisen vermöchte,mit meiner Schande und mit meinem Blute die Kühnheit meinesgewagten Begehrens büßen.
Uibrigcns verlor ich kein? Gelegenheit, benutzte jeden Augen-blick, jeden Gedanken, um die Möglichkeit eines guten Erfolgsherbeizuführen- Ich wendete mich an einen jeden, von dem manmir sagte, daß er Einfluß auf die .Herzen der Monarchen habe.Besonders schrieb ich an Herrn de la Harpe, den so bekannten, soverehrten Lehrer des Kaisers Alerandcr, von welchem man mirsagte, daß er sich jetzt bei ihm in Aachen befinde.
„Es ist mir — sagte ich ihm — die Kunde zngekommen,daß Sie gütigen Nntheil an meinem Schicksale, an der Bestän-digkeit und an den Gefühlen genommen haben, wodurch es ver-anlaßt und fortdauernd wurde. Diese großmüthigen Regungen Ih-res Herzens können mich nicht wundern. Nichts was edel, groß,human, menschenfreundlich ist, kann diesem Herzen fremd seuu.Herr de la Harpe ist bekannt durch die Lehren, welche er stets ausder eignen Brust schöpfte.
„Es geschieht mithin in der Uiberzeugnng des AnthcilS, wel-chen Sie an mir nehmen, daß ich mich mit vollem Vertrauen anSic wende. Man hat mich versichert, daß Ihnen die erstenSchriften mitgetheilt worden wären, welche ich in Betreff derheiligen Sache, der ich den letzten Hauch meines Lebens gewid-met habe, nach Europa absendcte. Ich wage es noch, ein kleinesSupplement hier anznfügen, indem ich hoffe, , dadurch die Absich-ten — vielleicht selbst die Bemühungen Ihres schöne» Herzens mitwichtigen Gründen zu bereichern.
t. Casts L»g«t- irs. Bbchn. ?