Druckschrift 
12 (1824)
Entstehung
Seite
48
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Soll ein Fürst, welcher der Großmuth seines Feindes ver-trauend, sich in dessen Arme warf, in einem qualvollen Erile um-kommen? Mein Soli» konnte von dem Kaiser, seinem Schwie-gervater, ein Asvl erbitten; er konnte sein Loos dem hohen Sinnedes Kaiser Alcrander, dessen Freund er sonst war, anvertraucn;er konnte sich zn Sr. Majestät, dem Könige von Preußen flüchte»,der, bei einer Bitte dieser Art, gewiß nur an seine ehemaligeAllianz gedacht haben würde; darf wohl nun England ihn für dasVertrauen strafen, das er demselben bewiesen hat? —

Der Kaiser Napoleon ist nicht mehr zn fürchten; er ist schwachgeworden. Wäre er aber auch noch in voller Kraft der Gesund-heit, ständen ihm wirklich die Mittel zu Gebote, welche die Vor-sehung ehemals in seine Hand gegeben hatte, so verabscheut erdoch den Bürgerkrieg.

Ich bin Mutter! das Lebe» meines Sohnes ist mir thcnrer !als das eigne.' Vergeben Sie dem Schmerze, der es wagt, anCw. Kaiser!, und König!. Majestäten diese Bitten zu richten. ^

Lassen Sie die Beschwerde einer Mutter, welche sich über dieseit so langer Zeit schon an ihrem Sohne verübte Grausamkeit be-klagt, nicht fruchtlos sepn.

Lassen Sie im Namen dessen, der von Natur allgütig ist unddessen Eb-nbild Ew- Kaiser!, und Königl. Majestäten sind, die !Qual meines Sohnes aufhdrcn. Geben Sie ihm, durch Ihre Ver-mittelung die Freiheit wieder. Ich erbitte sie von Gott, ich er- !bitte sie von Ihnen, seinen Stellvertretern auf Erden.

Staats-Rücksichten haben ihre Grenzen und die Nachwelt,welche allein unsterblich macht, erhebt des Siegers Großmuthüber Alles. !

Ich bin u. s. w. Des Kaisers Mntter. !

dl S. Dieser Brief ist ohne alle Antwort geblieben. Noch an-dere Schritten wurden von Personen der Familie zu Gunsten !Napoleons gcthan; allein sie sind mir nicht auf eine so authen-tische Weise näher bekannt worden, daß ich derselben weitere Er-wähnung thun könnte. i

Note an die alliirten hohen Machte aus dem Con- jgresse zu Aachen (im Oktober -8i8). ^

Die Majestät hat keinen Richter auf Erden. Da jedoch dieFürsten selbst sie um ihr heiligstes Attribut gebracht und ihrem >Tribunale unterworfen haben, so wage ich es mit ehrsurchts- !vollem Vertrauen zu Gunsten eines Monarchen zu sprechen, der -