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An die Kaiserin Marie Louise.
Allergnädigste Frau! Ich komme von dem Orte her, wo manIhren Gemahl hinopfert. Welche Leiden könnte ich Ihnen schil-dern! Doch Sie sind seine Gemahlin, die Mutter seines Soh-nes; keine Worte können stärker für ihn sprechen, als die, welcheschon von Natur in Ihr Herz geschrieben sind!
Mich dünkt, cs sei meine Pflicht Ew. Majestät anzuzcigen,daß ich den Verein der alllitten Machte benutzen will, um mitschwacher Stimme die demüthigsten Bitten wegen Linderung desschrecklichen Looses, der entsetzlichen Qual rorzubringen, welcheman ihm in deren Namen auferlcgt und die niemand in dem GrabeMitempfinden kann, als ein treuer Diener, wie ich bin, oder einso nah verwandtes Herz als das Ihrige.
Aber was find meine Ansprüche, neben Ew. Majestät von derganzen Welt hoch und heilig gehaltenen, über alles mächtigen unsehrwürdigen Rechten.
Machen Sie dieselben geltend, allcrgnädigste Frau! und dieNachwelt,' die Geschichte, welche ebenfalls ihre Kronen austheilen,werden Eie mit einem Diademe schmücken, das unvergänglichscpn wird, wie die heilige Moral, welche den Menschen gebietetund die süßen Tugenden die in einem schonen Herzen leben *).
Ich bin u. s. w. der Graf von Las CaseS.
Die Kaiserin Mutter an die hohen Allirtenzu Aachen.
Eine über jeden Ausdruck tiefgekühlte Mutter hat seit langerZeit schon daraus gehofft, daß die Ausammkunft Ew. Kaiser!, undKönig!. Majestäten ihr die Ruhe wiedergeben soll.
Es ist nicht anders möglich, als das die Gefangenschaft desKaisers Napoleon unter Ihnen zur Sprache kommen wird, unddaß Ihre erhabene Gesinnungen, Ihre Macht, so wie die Erin-nerung an die Vergangenheit Ew. Kaiser!, und König!. Majestä-ten zu der Freigebung eines Fürsten geneigt machen werden, derso großes Interesse bei Ihnen erregte, selbst Lheil an IhrerFreundschaft hatte.
*) Dieser Brief ist zu Wien ans die Post aegeben worden. Man weitnicht ob er je an die Behörde zeiangr seyn maa — wahrscheinlichist «0 nicht peschehen.