Druckschrift 
Nachtr., 1 (1825)
Entstehung
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Herr von L. C. spricht, und nicht an Fouchö. Einen Verräthcr vonseinem Range geht man zu Leibe, ohne erst zu drohen. Allein cswar nöthig von dem Emissair alle Nachrichten zu erlangen, die vonNutzen waren, und da man Ihn, seinem eignen Geständnisse zuFolge, als Spion, der auf der Thar ertappt worden war, bestrafenkonnte, so brauchte man mit ihm nicht viel Umstände zu machen.Er wurde begnadigt und in. Freiheit gesetzt, jedoch nur unter derBedingung, daß er an Herrn Fouch« den Brief abgebcn, die dar-auf erhaltene Antwort überbkingen und von seiner Unterhaltung mitihm Rechenschaft ablegcn müsse. 'Es wurde ihm hiernächst nichtverheimlicht, daß man ihm auf allen Schritten und Tritten nachgc-hen werde. Der Graf Metternich war zu klug, um sich einendummen Menschen auszusuchen. Sein Abgesandter merkte bald,daß er mit Leuten zu thun habe, die nicht mit sich spaßen ließenund jede Art des Widerstandes schlecht für ihn ablaufen könne.Die Pflicht der Selbsterhalcung ging ihm über Alles und das Ver-trauen, das man in ihn setzte, kam dieser Pflicht zu statten. Manhatte sich nicht verrechnet. Der Spion verrieth Fouchs kein Wortvon seinem Unfälle und gab genaue Nachricht über die mir demsel-ben gepflogene Unterhaltung. Jetzt wurde nun auch der Auditeurim Staatsrathe, Herr Fleury von Chaboulon, dem nach Basel vomHerrn von Metternich abgesandten Emissair dahin entgegen geschickt.Er hieß Werner und Herr von Chaboulon war zu gut unterrichtet,um nicht bei seiner Mission, deren Erfolg er bekannt gemacht hat,glücklich zu seyn. Da nun der Kaiser sah, daß Fouchö schwieg,sagte er eines Tages zu ihm:Es ist mir hinterbracht worden,daß Sie im Briefwechsel mit Herrn von Metternich stehen und nurerst vor einiger Zeit einen Brief von ihm erhalten haben." Dahat man Ew. Majestät nicht belogen.Und warum sagen Siemir kein Wort davon?" Wir haben so viel zu thun gehabt;zudem war auch der Gegenstand zu unbedeutend, um Sie damit zubehelligen. Uebrigens, fügte er mit gleichgültigem Tone hinzu, war-tete ich nur auf eine Gelegenheit, mit Ew. Majestät davon zu spre-chen. Ich habe den Brief bei mir; hier ist er. Hierbei nimmter ihn aus der Tasche und überreicht ihn Napoleon. Dieser liestund sicht bald, daß Foucho eben so geschickte Leute wie er selbstzum Schriftnachmachen zur Hand habe. Die vorliegenden Schrift-züge waren denen des Originals von Metternich völlig gleich, abercs war nicht der von Napoleon diktirte Brief, sondern ein anderervon eben dieser Hand an dessen Stelle. Napoleon hatte in demscinigcn noch einige Dinge von dem deutschen Diplomaten stehenlassen, worüber er nun Fauche befragen wollte. Daß sie nun nichtmehr darinnen zu finden waren, hinderte ihn seine Absicht auözu-